Schadstoffe belasten

Eine unreine, juckende, entzündete und frühzeitig gealterte Haut ist ein Zeichen dafür, dass unser Körper mit Schadstoffen überlastet ist und versucht, diese auch über die Haut auszuscheiden. Die Nahrungsquantität, die Nahrungsqualität und das Ernährungsverhalten wirken sich direkt auf unsere Haut aus. Bei einer guten Ernährung für die Haut gilt es vielfältige Aspekte zu berücksichtigen: Dabei geht es zum einen um die Qualität der Nahrung. Besonders bei der Auswahl der tierischen Produkte muss die artgerechte Tierhaltung mit entsprechender Fütterung beachtet werden. Aber auch bei der Auswahl der pflanzlichen Lebensmittel sollten Produkte aus ökologischem Anbau bevorzugt werden, um die Zufuhr an belastenden Stoffen zu minimieren. Die Zubereitung der Nahrung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Schonendes Erhitzen wie Dämpfen oder Dünsten reduziert wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe deutlich weniger als Braten und Backen. Selten braten und wenn, dann nur mit hitzestabilen Fetten wie Butterschmalz oder Kokosfett. Olivenöl und Rapsöl nur moderat erhitzen. Bei starkem Erhitzen von Ölen (Sonnenblumenöl, Distelöl oder Maiskeimöl) entstehen Transfettsäuren, die sich negativ auf die Gesundheit der Haut auswirken.
Wertvolle Vitamine und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe stecken oft vermehrt in oder direkt unter der Schale, weshalb diese möglichst mitgegessen werden sollte.
Um die Fülle an wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen in Vollgetreide und Hülsenfrüchten im Darm resorbieren zu können, sollten diese vor dem Kochen achtbis 12 Stunden eingeweicht werden.

Essverhalten prüfen
Je schlechter das Hautbild, umso schlechter ist häufig auch der Zustand des Darms. Maximal drei Mahlzeiten mit mindestens vier bis fünf Stunden Pause dazwischen wären optimal und entlasten den Darm. Perfekt wäre es, dann vom Tisch aufzustehen, wenn der Magen zu etwa 80 Prozent gefüllt ist. Die Zusammenstellung der Mahlzeiten sollte möglichst schlicht sein. Zum Essen besser nicht trinken, damit die Verdauungssäfte konzentriert wirken können. Da gegen Abend die Verdauungskraft nachlässt, wird Rohkost nicht mehr so gut verdaut und fördert somit Gärungsprozesse im Darm.Außerdem empfiehlt es sich, alle Speisen so lange zu kauen, bis im Mund ein weicher Brei entstanden ist.
Ein ungesunder Lebensstil führt zur Entstehung eines Säure-Überschusses. Das zwingt unseren Körper dazu, diese Säure durch Basen aus unseren Basen-Depots auszugleichen. Diese Depots müssen mit einer basenüberschüssigen Ernährung immer wieder aufgefüllt werden, denn ein Mangel an Basen fördert entzündliche Prozesse jeglicher Art. Deswegen sollte die Nahrung auf unserem Teller besonders beim Mittag- und Abendessen mindestens zur Hälfte aus Salat, Gemüse, etwas Obst und Kräutern bestehen. Pellkartoffeln und Maronen sind besonders basisch.

Der Eiweiß-Hype und seine Folgen
Eine gesunde Darmflora besteht aus Mikroben, die an dauerhaften Stickstoffmangel (Eiweißmangel) angepasst sind. Entsteht durch eine sehr eiweißreiche Ernährung ein Überangebot an Stickstoff im Dickdarm, gewinnen Bakteriengruppen die Oberhand, die sich negativ auf die Darmflora und die gesamte Gesundheit auswirken. Der Organismus verliert die Möglichkeit, deren Vermehrung zu kontrollieren, wodurch sich Krankheitserreger leichter ausbreiten können. Ein Übermaß an Protein stimuliert zudem die Freisetzung von IGF-1, einem insulinähnlichen Wachstumsfaktor. Dann produziert die Haut vermehrt Talg, wodurch mehr Mitesser und Pickel auftreten können.
Erkrankungen wie Ekzeme oder Neurodermitis entstehen durch ein fehlgesteuertes Immunsystem. Da etwa 80 Prozent des Immunsystems im Darm lokalisiert sind, sollten alle schon bisher beschriebenen Punkte zur Entlastung des Darmes als wichtige Maßnahmen angesehen werden. Zusätzlich wichtig ist eine verstärkte Zufuhr an Gamma-Linolensäure. Diese spezielle Fettsäure kann eine geschädigte Hautbarriere erneuern, den gesteigerten transepidermalen Wasserverlust normalisieren und das Hautbild verbessern. Gamma-Linolensäure ist in größeren Mengen in Nachtkerzenöl (9 %) und Borretschsamenöl (21 %) enthalten.
Neurodermitis wird häufig von Nahrungsmittelallergien begleitet. Aus diesem Grund sollten Neurodermitiker zusätzlich zu ihren individuellen Allergenen alle Lebensmittel, die bekanntermaßen ein stark allergisches Potential aufweisen, reduzieren bis meiden. Hierzu zählen in erster Linie glutenhaltige Getreide und Kuhmilch sowie alle daraus hergestellten Produkte.


Nicole Heidinger, Diplom-Oecotrophologin,hat sich dem„gesunde Leben“verschrieben. stinnen der Schönheitsfarm Gertraud Gruber kennen sie u. a. durch die individuelle Ernährungsberatung sowie durch Fachvorträge zu Ernährungs- und Gesundheitsthemen.

 

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