Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts ((Aktenzeichen: 1 ABR 22/21) eine Pflicht, die Arbeitszeit von Mitarbeitenden zu erfassen. Das Gericht begründete die Pflicht von Arbeitgebern zur systematischen Erfassung der Arbeitszeiten mit dem sogenannten Stechuhr-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Der EuGH hatte im Mai 2019 entschieden, dass die Mitgliedstaaten die Arbeitgeber dazu verpflichten müssen, ein objektives und verlässliches Arbeitszeiterfassungssystem einzurichten, mit dem die täglich geleistete Arbeitszeit der Beschäftigten gemessen werden kann.

Das Urteil hat jedoch zunächst einmal keine Auswirkung für Kosmetikinstitute als Arbeitgeber. Denn es gilt einerseits in einem Einzelfall, in dem ein Arbeitgeber dem Bertriebsrat die geforderten Verhandlungen über die Einführung einer Arbeitszeiterfassung verweigert hatte, andererseits richtet es sich an den Gesetzgeber, das Arbeitszeitgesetz zu ändern. Bisher müssen lediglich Überstunden und Sonntagsarbeit dokumentiert werden. Es wird erwartet, dass das Urteil vor allem Auswirkungen auf Modelle der Vertrauensarbeitszeit und für die Erfassung der Arbeitszeit im Homeoffice haben wird.

Bis das Arbeitszeitgesetz geändert ist besteht kein dringender Handlungsbedarf.

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