Staedtler
Sie hatte es nicht leicht, aber mit Mut, einem starken Willen und der Liebe zum Beruf setzte sie sich durch und erreichte viel. Elke Städtler ist eine engagierte Frau, die das Handwerk beherrscht, ihr Institut erfolgreich leitet, ihr Wissen gerne weitergibt und sich für eine professionelle Ausbildung einsetzt. 


Noch zu DDR-Zeiten lernte sie den Beruf der Kosmetikerin. Damals waren die Ausbildungsplätze begehrt und man brauchte im Zeugnis der 10. Klasse sehr gute Noten, um eine Chance zu erhalten. Außerdem waren Beziehungen nötig. Elke Städtler bemühte sich vergebens um einen Ausbildungsplatz in Dresden. Dann kam ihr der Zufall zu Hilfe und sie entdeckte in Pirna ein Schild, über das gebrauchte Möbel gesucht wurden, an einem neu eröffneten Kosmetikinstitut. Sie nahm telefonisch Kontakt mit der Inhaberin auf und bekam ihre Lehrstelle bei Gisela Blum. Das war im September 1981. Acht Jahre später wechselte sie in ein Warenhaus und arbeitete als Betriebskosmetikerin und -fußpflegerin für 1.500 Angestellte. Doch ihr eigentlicher Wunsch war es, sich selbstständig zu machen. Dafür musste sie jedoch noch die Meisterschule absolvieren. Aber auch dort galt: Nur die Besten werden angenommen und ohne Beziehungen geht nichts. An Beziehungen mangelte es Elke Städtler. Nach mehreren vergeblichen Bewerbungen sagte sich die motivierte Kosmetikanwärterin: „Wenn mich Dresden als Kosmetikerin nicht will, dann gehe ich eben nach Westdeutschland und eröffne dort ein Institut.“ Also stellte sie einen offiziellen Ausreiseantrag und siehe da, sie bekam das Angebot, wenn sie ihren Ausreiseantrag zurückziehen würde, könnte sie eine Ausbildung an der Meisterschule beginnen. 1990 hat sie diese erfolgreich abgeschlossen.



Leben und arbeiten unter einem Dach


Ihr eigenes Institut eröffnete sie am 1. Mai 1999. Um es einzurichten, benötigte sie einen Kredit, doch keine Bank war dazu bereit. Es gelang Elke Städtler vier Freunde von ihrer Idee zu begeistern, sodass sie ihr einen privaten Kredit gewährten. Das Kosmetikinstitut lief gut an, Elke Städtler arbeitete viel und schaffte es, das geliehene Geld innerhalb eines Jahres zurückzuzahlen. 2002 heiratete sie, ihr Mann brachte zwei weitere Kinder mit in die Ehe. Nun galt es vier Kinder und die berufliche Selbstständigkeit zu koordinieren. Die Lösung war arbeiten und wohnen zu vereinen. Daher machten sich Elke Städtler und ihr Ehemann auf die Suche nach einer geeigneten Wohn- bzw. gewerblichen Immobilie. Das war leider erfolglos, und so kam es 2003 zu dem Neubau. Im Erdgeschoss befand sich nun das Kosmetikinstitut mit über 90 m² und drei Anwendungsräumen. Außerdem stellte sie ihre erste Mitarbeiterin ein. Zusätzliche Unterstützung holte sie sich durch jeweils eine Praktikantin von den damals zwei Kosmetikschulen in Dresden. 

2006 wurde dann auch im vereinten Deutschland die zuvor in der DDR übliche duale Ausbildung zur Kosmetikerin eingeführt. Eine Praktikantin nutzte die Gelegenheit und begann eine Ausbildung bei Elke Städtler. Sie ist heute noch im Institut tätig. Später wurde der Aufwand für zukünftige Auszubildende immer größer. War die Berufsschule für Kosmetikerinnen ursprünglich noch in Leipzig (ca. 120 km entfernt) angesiedelt, löste sich die Klasse 2010 auf und die jungen Frauen mussten nach Brandenburg in die Berufsschule. Das bewährte sich nicht und die Auszubildenden fuhren dann an die Schule nach Rudolstadt in Thüringen. 

 

Anwendungen von Auszubildenden werden günstiger angeboten.

Engagement für das duale Ausbildungssystem


2013 wurde bei Elke Städtler ein Tumor nahe der Halswirbelsäule festgestellt, es folgten mehrere Operationen und Reha-Aufenthalte. Das Institut führten in dieser Zeit die Mitarbeiterinnen. An der Weihnachtsfeier mit ihren Kundinnen konnte sie erfreulicher Weise wieder teilnehmen, musste jedoch feststellen, dass sie durch ihre Krankheit teilweise ihr Gedächtnis verloren hatte. Sie erkannte ihre Kunden nicht mehr und konnte deswegen nicht mehr an ihnen arbeiten. Im Jahr 2014 folgten weitere Operationen und Reha-Maßnahmen. Aus dem Tief holte sie ihr Mann mit dem Versprechen, sie nochmals zu heiraten, wenn das Gröbste ausgestanden ist. 

Um wieder, wenn auch nicht an den Kunden selbst, in ihrem Institut arbeiten zu können, führte sie eine Neugestaltung durch und organisierte ihre Tätigkeit so, dass sie im Hintergrund arbeiten und die Geschäfte steuern kann. Dazu suchte sie sich neue Aufgabenfelder. Ihr Herz hing nach wie vor an der dualen Ausbildung zur Kosmetikerin und deswegen musste es in ihren Augen eine Berufsschulklasse in Dresden geben. Also überzeugte sie ihre ehemaligen Meisterkolleginnen. 2015 konnte dann beim Internationalen Bund für Sozialarbeit IBB eine Berufsschulklasse mit 12 Schülerinnen und Schülern angesiedelt werden. Sie selbst arbeitete als Dozentin und gab Anleitungsseminare für ausbildende Kosmetikerinnen.
Mit ihren Schülerinnen und Schülern hat sie jedes Jahr einen Stand auf der Ausbildungsmesse in Dresden, wo sie kleine Anwendungen durchführen und für den Beruf werben. Außerdem schminken sie alljährlich die Debütantinnen des Dresdner Opernballs und besuchen die Beauty in Düsseldorf. Ein besonderes Highlight ist die Kooperation mit dem Hotel Schumann. Die Schüler arbeiten dort einen Tag lang im Spa und dürfen als Gegenleistung einen Tag als Gast im Hotel wohnen. Für die meisten ist das eine tolle Erfahrung.

2016 wurde Elke Städtler in den Gesellenprüfungsausschuss der Kammer berufen und ein Jahr später auch in den nationalen Aufgabenerstellungsausschuss für die Meisterprüfung im Bereich Kosmetik.

 

Mit Hautsprechstunden wird der Kontakt zu den Kunden gepflegt.


Mit kreativen Ideen erfolgreich


Im Juli 2017 traf sie erneut ein gesundheitlicher Rückschlag, der sie für fast ein Jahr außer Gefecht setzte. Wieder musste sie sich neu organisieren. Inzwischen unterrichtet sie wieder, managt ihr eigenes Institut, organisiert Institutsevents und coacht Kolleginnen. 

Heute bietet Elke Städtler einmal wöchentlich kosmetische Hautsprechstunden an. Dadurch behält sie den Kontakt zu den Kundinnen und kann diese von ihren langjährigen Erfahrungen profitieren lassen. Außerdem kümmert sie sich selbst um die Auszubildenden und Praktikanten. Für die Handwerkskammer war sie vor kurzem in Paris, um als Vorbereitung für ein geplantes Austauschprogramm das französische Ausbildungssystem für Kosmetikerinnen kennenzulernen. 

Aktuell arbeiten in ihrem Institut zwei erfahrene Kosmetikerinnen sowie meist zwei Auszubildende. Seit neuestem ist die Preisstruktur so, dass Anwendungen bei den Auszubildenden weniger kosten, als die bei den erfahrenen Kosmetikerinnen. Wobei die jungen Kolleginnen erst dann am Kunden arbeiten dürfen, wenn sie den strengen Anforderungen von Elke Städtler genügen, meist ist dies etwa nach einem Jahr Lehrzeit. Bevor sie Anwendungen an den Kunden durchführen dürfen, arbeiten sie am Empfang, lernen Kundenservice kennen oder assistieren den erfahrenen Kosmetikerinnen. Für jede Auszubildende investiert Elke Städtler etwa vier Stunden pro Woche für praktische Unterweisungen. Die meisten Unterweisungen erhalten die neuen Lehrlinge allerdings von den Auszubildenden in höheren Lehrjahren. Besonders erfreulich findet Elke Städtler, dass eine ehemalige Auszubildende von ihr heute selbst ausbildet. Sie kam als „Sorgenfall“ zu ihr, 25 Jahre alt, ein Kind und sehr speziell, doch sie haben sehr gut zueinander gefunden. Die junge Frau hat die Liebe zum Beruf entdeckt und ihr Leben umgestellt. Ihr Institut sei eine Hommage an Elke Städtler. Viele ihrer ehemaligen Lehrlinge haben jetzt eigene Institute, darin sieht sie keine Konkurrenz, schließlich ist ihr Institut gut ausgelastet und könnte gar nicht mehr Kunden bewältigen. Es sei schön zu sehen, wie sich die junge Menschen entwickeln. „Nach der Ausbildung wollen die meisten die Chancen des Berufs nutzen und erst einmal die Welt sehen. Sie heuern auf Kreuzfahrtschiffen an, gehen in Wellnesshotels. Und kommen vielleicht irgendwann mit zusätzlichen Erfahrungen nach Dresden zurück“, berichtet Elke Städtler. Pro Jahr bekommt sie etwa 40 bis 50 Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz. Gute Bewerber, die sie selbst nicht einstellen kann, versucht sie bei Kolleginnen unterzubringen, die vielleicht nicht diese Bekanntheit als Ausbildungsbetrieb haben und daher keine geeigneten Bewerber anziehen. Als neues Konzept hat sie eine Art Speed Dating für Auszubildende und Ausbildungsbetriebe initiiert. 20 Bewerber, die sich in jeweils drei Minuten bei zehn Betrieben vorstellen. Für beide Seiten sei dies ein effektives Modell, damit sich Betrieb und Auszubildende finden.

 

Elke Städtler ist der Überzeugung, dass das wichtigste Arbeitsmittel der Kosmetikerin ihre Hände sind.


Keine Geräteanwendungen im Angebot


Im Institut selbst arbeitet sie von Beginn an mit Produkten von Biodroga. Sie hat die Marke bereits in der Ausbildung bei Gisela Blum kennengelernt und konnte noch nicht von einer anderen überzeugt werden. Bei der letzten Überarbeitung des Instituts und des Angebots hat sie entschieden, fast alle Geräteanwendungen aus dem Programm zu nehmen. Bei den Kunden kam dies auch sehr gut an. Keine einzige Kundin ging durch die Umstellung verloren. Für Kunden, die intensive Effekte erreichen wollen, hat das Institut Peelings im Angebot, zudem auch noch Sauerstoffanwendungen. 

Ihre Geschäftsphilosophie lautet: „Wer gut aussieht, hat mehr Chancen im Leben“. Sie setzt auf Ganzheitskosmetik, die in ihren Augen eine gute Form der Schönheitspflege ist, weil sie den ganzen Menschen sieht und sich nicht nur auf Cremes und Make-up stützt. Denn man müsse sich wohlfühlen, um schön sein zu können und Schönheit entfalte sich aus einem gesunden Verhältnis von Körper, Geist und Seele.

Ihre 250 Stammkunden kommen in der Regel aus Dresden und Umgebung. Aufgrund ihrer regelmäßigen Werbung im Disy Magazin Dresden, das auch zum Inhalt der „Goody-Bag“ des Opernballs gehört, hat sie auch einige Kunden, die für einen Termin im Institut eine längere Anreise in Kauf nehmen. Um moderne Werbeformen wie Facebook und Instagram kümmern sich die jungen Angestellten von Elke Städtler. Dennoch auf der Homepage des Instituts ist die Handschrift der Inhaberin nicht zu übersehen, die Sprache ist achtsam und liebevoll gewählt. Das Team wird mit wertschätzenden Worten beschrieben und auch unangenehme Punkte wie Preiserhöhungen bleiben nicht unerwähnt, sondern werden anschaulich erklärt.
Jede Woche gibt es eine zweistündige Teamsitzung. In diesen Treffen werden Anwendungsprobleme besprochen, Ziele festgelegt, neue Produkte oder auch Produkte, die zur Jahreszeit, zum Wetter oder irgendeinem Anlass passen, vorgestellt, sodass alle von den Erfahrungen jedes einzelnen lernen und alle die gleiche Sprache sprechen.

Kontaktadresse

  • spa business verlag GmbH,
    Im alten Schulhaus, Hauptstraße 44,
    D - 73105 Dürnau
     
  • Tel.: +49(0) 71 64 - 14 71 61
    Fax: +49(0) 71 64 - 14 72 15


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