Spa Portraits


Sie hatte es nicht leicht, aber mit Mut, einem starken Willen und der Liebe zum Beruf setzte sie sich durch und erreichte viel. Elke Städtler ist eine engagierte Frau, die das Handwerk beherrscht, ihr Institut erfolgreich leitet, ihr Wissen gerne weitergibt und sich für eine professionelle Ausbildung einsetzt. 


Noch zu DDR-Zeiten lernte sie den Beruf der Kosmetikerin. Damals waren die Ausbildungsplätze begehrt und man brauchte im Zeugnis der 10. Klasse sehr gute Noten, um eine Chance zu erhalten. Außerdem waren Beziehungen nötig. Elke Städtler bemühte sich vergebens um einen Ausbildungsplatz in Dresden. Dann kam ihr der Zufall zu Hilfe und sie entdeckte in Pirna ein Schild, über das gebrauchte Möbel gesucht wurden, an einem neu eröffneten Kosmetikinstitut. Sie nahm telefonisch Kontakt mit der Inhaberin auf und bekam ihre Lehrstelle bei Gisela Blum. Das war im September 1981. Acht Jahre später wechselte sie in ein Warenhaus und arbeitete als Betriebskosmetikerin und -fußpflegerin für 1.500 Angestellte. Doch ihr eigentlicher Wunsch war es, sich selbstständig zu machen. Dafür musste sie jedoch noch die Meisterschule absolvieren. Aber auch dort galt: Nur die Besten werden angenommen und ohne Beziehungen geht nichts. An Beziehungen mangelte es Elke Städtler. Nach mehreren vergeblichen Bewerbungen sagte sich die motivierte Kosmetikanwärterin: „Wenn mich Dresden als Kosmetikerin nicht will, dann gehe ich eben nach Westdeutschland und eröffne dort ein Institut.“ Also stellte sie einen offiziellen Ausreiseantrag und siehe da, sie bekam das Angebot, wenn sie ihren Ausreiseantrag zurückziehen würde, könnte sie eine Ausbildung an der Meisterschule beginnen. 1990 hat sie diese erfolgreich abgeschlossen.



Leben und arbeiten unter einem Dach


Ihr eigenes Institut eröffnete sie am 1. Mai 1999. Um es einzurichten, benötigte sie einen Kredit, doch keine Bank war dazu bereit. Es gelang Elke Städtler vier Freunde von ihrer Idee zu begeistern, sodass sie ihr einen privaten Kredit gewährten. Das Kosmetikinstitut lief gut an, Elke Städtler arbeitete viel und schaffte es, das geliehene Geld innerhalb eines Jahres zurückzuzahlen. 2002 heiratete sie, ihr Mann brachte zwei weitere Kinder mit in die Ehe. Nun galt es vier Kinder und die berufliche Selbstständigkeit zu koordinieren. Die Lösung war arbeiten und wohnen zu vereinen. Daher machten sich Elke Städtler und ihr Ehemann auf die Suche nach einer geeigneten Wohn- bzw. gewerblichen Immobilie. Das war leider erfolglos, und so kam es 2003 zu dem Neubau. Im Erdgeschoss befand sich nun das Kosmetikinstitut mit über 90 m² und drei Anwendungsräumen. Außerdem stellte sie ihre erste Mitarbeiterin ein. Zusätzliche Unterstützung holte sie sich durch jeweils eine Praktikantin von den damals zwei Kosmetikschulen in Dresden. 

2006 wurde dann auch im vereinten Deutschland die zuvor in der DDR übliche duale Ausbildung zur Kosmetikerin eingeführt. Eine Praktikantin nutzte die Gelegenheit und begann eine Ausbildung bei Elke Städtler. Sie ist heute noch im Institut tätig. Später wurde der Aufwand für zukünftige Auszubildende immer größer. War die Berufsschule für Kosmetikerinnen ursprünglich noch in Leipzig (ca. 120 km entfernt) angesiedelt, löste sich die Klasse 2010 auf und die jungen Frauen mussten nach Brandenburg in die Berufsschule. Das bewährte sich nicht und die Auszubildenden fuhren dann an die Schule nach Rudolstadt in Thüringen. 

 

Anwendungen von Auszubildenden werden günstiger angeboten.

Engagement für das duale Ausbildungssystem


2013 wurde bei Elke Städtler ein Tumor nahe der Halswirbelsäule festgestellt, es folgten mehrere Operationen und Reha-Aufenthalte. Das Institut führten in dieser Zeit die Mitarbeiterinnen. An der Weihnachtsfeier mit ihren Kundinnen konnte sie erfreulicher Weise wieder teilnehmen, musste jedoch feststellen, dass sie durch ihre Krankheit teilweise ihr Gedächtnis verloren hatte. Sie erkannte ihre Kunden nicht mehr und konnte deswegen nicht mehr an ihnen arbeiten. Im Jahr 2014 folgten weitere Operationen und Reha-Maßnahmen. Aus dem Tief holte sie ihr Mann mit dem Versprechen, sie nochmals zu heiraten, wenn das Gröbste ausgestanden ist. 

Um wieder, wenn auch nicht an den Kunden selbst, in ihrem Institut arbeiten zu können, führte sie eine Neugestaltung durch und organisierte ihre Tätigkeit so, dass sie im Hintergrund arbeiten und die Geschäfte steuern kann. Dazu suchte sie sich neue Aufgabenfelder. Ihr Herz hing nach wie vor an der dualen Ausbildung zur Kosmetikerin und deswegen musste es in ihren Augen eine Berufsschulklasse in Dresden geben. Also überzeugte sie ihre ehemaligen Meisterkolleginnen. 2015 konnte dann beim Internationalen Bund für Sozialarbeit IBB eine Berufsschulklasse mit 12 Schülerinnen und Schülern angesiedelt werden. Sie selbst arbeitete als Dozentin und gab Anleitungsseminare für ausbildende Kosmetikerinnen.
Mit ihren Schülerinnen und Schülern hat sie jedes Jahr einen Stand auf der Ausbildungsmesse in Dresden, wo sie kleine Anwendungen durchführen und für den Beruf werben. Außerdem schminken sie alljährlich die Debütantinnen des Dresdner Opernballs und besuchen die Beauty in Düsseldorf. Ein besonderes Highlight ist die Kooperation mit dem Hotel Schumann. Die Schüler arbeiten dort einen Tag lang im Spa und dürfen als Gegenleistung einen Tag als Gast im Hotel wohnen. Für die meisten ist das eine tolle Erfahrung.

2016 wurde Elke Städtler in den Gesellenprüfungsausschuss der Kammer berufen und ein Jahr später auch in den nationalen Aufgabenerstellungsausschuss für die Meisterprüfung im Bereich Kosmetik.

 

Mit Hautsprechstunden wird der Kontakt zu den Kunden gepflegt.


Mit kreativen Ideen erfolgreich


Im Juli 2017 traf sie erneut ein gesundheitlicher Rückschlag, der sie für fast ein Jahr außer Gefecht setzte. Wieder musste sie sich neu organisieren. Inzwischen unterrichtet sie wieder, managt ihr eigenes Institut, organisiert Institutsevents und coacht Kolleginnen. 

Heute bietet Elke Städtler einmal wöchentlich kosmetische Hautsprechstunden an. Dadurch behält sie den Kontakt zu den Kundinnen und kann diese von ihren langjährigen Erfahrungen profitieren lassen. Außerdem kümmert sie sich selbst um die Auszubildenden und Praktikanten. Für die Handwerkskammer war sie vor kurzem in Paris, um als Vorbereitung für ein geplantes Austauschprogramm das französische Ausbildungssystem für Kosmetikerinnen kennenzulernen. 

Aktuell arbeiten in ihrem Institut zwei erfahrene Kosmetikerinnen sowie meist zwei Auszubildende. Seit neuestem ist die Preisstruktur so, dass Anwendungen bei den Auszubildenden weniger kosten, als die bei den erfahrenen Kosmetikerinnen. Wobei die jungen Kolleginnen erst dann am Kunden arbeiten dürfen, wenn sie den strengen Anforderungen von Elke Städtler genügen, meist ist dies etwa nach einem Jahr Lehrzeit. Bevor sie Anwendungen an den Kunden durchführen dürfen, arbeiten sie am Empfang, lernen Kundenservice kennen oder assistieren den erfahrenen Kosmetikerinnen. Für jede Auszubildende investiert Elke Städtler etwa vier Stunden pro Woche für praktische Unterweisungen. Die meisten Unterweisungen erhalten die neuen Lehrlinge allerdings von den Auszubildenden in höheren Lehrjahren. Besonders erfreulich findet Elke Städtler, dass eine ehemalige Auszubildende von ihr heute selbst ausbildet. Sie kam als „Sorgenfall“ zu ihr, 25 Jahre alt, ein Kind und sehr speziell, doch sie haben sehr gut zueinander gefunden. Die junge Frau hat die Liebe zum Beruf entdeckt und ihr Leben umgestellt. Ihr Institut sei eine Hommage an Elke Städtler. Viele ihrer ehemaligen Lehrlinge haben jetzt eigene Institute, darin sieht sie keine Konkurrenz, schließlich ist ihr Institut gut ausgelastet und könnte gar nicht mehr Kunden bewältigen. Es sei schön zu sehen, wie sich die junge Menschen entwickeln. „Nach der Ausbildung wollen die meisten die Chancen des Berufs nutzen und erst einmal die Welt sehen. Sie heuern auf Kreuzfahrtschiffen an, gehen in Wellnesshotels. Und kommen vielleicht irgendwann mit zusätzlichen Erfahrungen nach Dresden zurück“, berichtet Elke Städtler. Pro Jahr bekommt sie etwa 40 bis 50 Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz. Gute Bewerber, die sie selbst nicht einstellen kann, versucht sie bei Kolleginnen unterzubringen, die vielleicht nicht diese Bekanntheit als Ausbildungsbetrieb haben und daher keine geeigneten Bewerber anziehen. Als neues Konzept hat sie eine Art Speed Dating für Auszubildende und Ausbildungsbetriebe initiiert. 20 Bewerber, die sich in jeweils drei Minuten bei zehn Betrieben vorstellen. Für beide Seiten sei dies ein effektives Modell, damit sich Betrieb und Auszubildende finden.

 

Elke Städtler ist der Überzeugung, dass das wichtigste Arbeitsmittel der Kosmetikerin ihre Hände sind.


Keine Geräteanwendungen im Angebot


Im Institut selbst arbeitet sie von Beginn an mit Produkten von Biodroga. Sie hat die Marke bereits in der Ausbildung bei Gisela Blum kennengelernt und konnte noch nicht von einer anderen überzeugt werden. Bei der letzten Überarbeitung des Instituts und des Angebots hat sie entschieden, fast alle Geräteanwendungen aus dem Programm zu nehmen. Bei den Kunden kam dies auch sehr gut an. Keine einzige Kundin ging durch die Umstellung verloren. Für Kunden, die intensive Effekte erreichen wollen, hat das Institut Peelings im Angebot, zudem auch noch Sauerstoffanwendungen. 

Ihre Geschäftsphilosophie lautet: „Wer gut aussieht, hat mehr Chancen im Leben“. Sie setzt auf Ganzheitskosmetik, die in ihren Augen eine gute Form der Schönheitspflege ist, weil sie den ganzen Menschen sieht und sich nicht nur auf Cremes und Make-up stützt. Denn man müsse sich wohlfühlen, um schön sein zu können und Schönheit entfalte sich aus einem gesunden Verhältnis von Körper, Geist und Seele.

Ihre 250 Stammkunden kommen in der Regel aus Dresden und Umgebung. Aufgrund ihrer regelmäßigen Werbung im Disy Magazin Dresden, das auch zum Inhalt der „Goody-Bag“ des Opernballs gehört, hat sie auch einige Kunden, die für einen Termin im Institut eine längere Anreise in Kauf nehmen. Um moderne Werbeformen wie Facebook und Instagram kümmern sich die jungen Angestellten von Elke Städtler. Dennoch auf der Homepage des Instituts ist die Handschrift der Inhaberin nicht zu übersehen, die Sprache ist achtsam und liebevoll gewählt. Das Team wird mit wertschätzenden Worten beschrieben und auch unangenehme Punkte wie Preiserhöhungen bleiben nicht unerwähnt, sondern werden anschaulich erklärt.
Jede Woche gibt es eine zweistündige Teamsitzung. In diesen Treffen werden Anwendungsprobleme besprochen, Ziele festgelegt, neue Produkte oder auch Produkte, die zur Jahreszeit, zum Wetter oder irgendeinem Anlass passen, vorgestellt, sodass alle von den Erfahrungen jedes einzelnen lernen und alle die gleiche Sprache sprechen.

Mut, Power und Visionen:

Im Speck's Hof, mitten in der historischen Innenstadt Leipzigs, befindet sich das Kosmetikinstitut von Ilka Lucas. Hier hat sie vor gut fünf Jahren „ihr“ Babor Beauty Spa eröffnet, das heute zu den erfolgreichsten in Deutschland zählt. Der spa business verlag und die Jury des Contests „Deutschlands Beste Kosmetikerin 2013“ haben die visionäre Inhaberin im Oktober 2013 zu Deutschlands bester Kosmetikerin in der Kategorie Day Spa gewählt.

Direkt nach der Wende hat die mutige Inhaberin die erste Babor Beautyworld gegründet und war damit in den neuen Bundesländern eine Pionierin. Schon bald musste sie vergrößern und nahm eine weitere Filiale dazu. 2008 dann der vorläufige Höhepunkt: Die Eröffnung in der Leipziger Nikolaistraße als Babor Beauty Spa auf einer Fläche von 320 m2, die sich über zwei Etagen erstreckt. Im Erdgeschoss befindet sich der Verkaufsbereich auf rund 30 m2. Von hier aus gelangt man über eine breite Treppe ins Untergeschoss in das eigentliche Day Spa mit Wartebereich im Lounge-Stil, Make-up-Plätzen und einem weiteren Spa Counter. Das Terminsystem wird durch einen portablen Computer unterstützt, sind alle PC-Terminals besetzt, kann man darüber ausweichen und ein neues Warenwirtschaftssystem ist aktuell installiert worden.

Nichts wurde dem Zufall überlassen
Bei der Planung des Day Spas hat sich Ilka Lucas in die Grundrisse vertieft und die Vorschläge des Architekten gründlich durchdacht. So sind zum Beispiel auch auf ihre Anregung hin die Sitzplätze der wartenden Kunden so ausgerichtet, dass sie auf die Ware schauen und auf den Make-up-Platz. Der Spagat zwischen Ästhetik und funktioneller Wegeführung ist gelungen. Viele Elemente im Interieur tragen Ilka Lucas Handschrift. Alle Kosmetik-Kabinen sind mit Duschmöglichkeiten ausgestattet. „Hier habe ich mich für eher einfachere Duschen entschieden und keine Riesensummen investiert. Aus heutiger Sicht war das die absolut richtige Entscheidung“, berichtet die Fachfrau. Auch ein Mitarbeiterraum mit 12 m2 und eine Serviceküche sind vorhanden. In der Küche befinden sich das Wachs, die Zuckerpaste, die Sterilisationsgeräte und das Geschirr. Das angenehme Klima in allen Räumen sowie die Lichttechnik in den Kabinen, im Warte- und Rezeptionsbereich des Untergeschosses fallen positiv auf.
Die Möbel sind klassisch, wertig und funktional zusammen mit einem Schreiner umgesetzt worden. Die Entwicklung der Trolleys trägt die Handschrift der Chefin. „Die Wasserschale auf dem Trolley, das Tablett mit allen für die Behandlung nötigen Produkte, befinden sich auf dem Trolleydaneben und das ausziehbare Tischchen mit der Kabinenware zum Arbeiten, waren mir wichtig für die Funktionalität. Damit die Kosmetikerin bei der Behandlung nicht immer aufstehen muss, man ihre Schritte hört und dann das Plätschern des Wassers im Waschbecken, hat sie eine Schale mit warmen Wasser auf dem Trolley zur Seite“, erläutert Ilka Lucas das Konzept, das auf jedes kleine Arbeitsdetail achtet. Die Aufteilung der Fächer und die Bereitstellung von Arbeitsmitteln sind in jedem der fahrbaren Trolleys identisch, sodass sich die Kosmetikerinnen schnell an allen Plätzen zurechtfinden.
Für die Behandlungen mit Mikrodermabrasion gibt es eine spezielle Medical Beauty Kabine. Alle Kabinen können multifunktional genutzt werden. Jede Kabine verfügt dabei über eine breite, beheizbare moderne Liege. Die Kabinen tragen Namen wie Feetness (hier findet die Fußpflege statt), Balancing oder Energizing und in jeder gibt es ein kleines Bänkchen, in und auf dem der Kunde seine persönlichen Sachen ablegen kann. Der Raum für Paarbehandlungen wurde auch aus Imagegründen eingerichtet und gehört einfach zu einem Beauty Spa dieser Größe. Die Behandlungen für Mütter und Töchter und Freundinnen werden hier besonders gerne gebucht. In der Kabine für den Herren (hier werden auch Frauen behandelt) hängen Lithografien von Bruno Bruni und die Farbwahl wie auch die Accessoires sind eher maskulin.

Gesichtsbehandlungen im Fokus
Ilka Lucas kann zufrieden sein, denn ihr Institut ist mit 90 Prozent Auslastung gut gebucht. An manchen Tagen werden über 40 Behandlungen durchgeführt. Der Produktumsatz in Relation zu den Behandlungsumsätzen liegt bei 50 Prozent – Tendenz steigend. Sieben Kabinen, 220 Behandlungen pro Woche, 1.400 Stammkundinnen und aktuell neun Mitarbeiterinnen, das sind die Fakten. „Die Nachfrage ist ausgewogen und sogar der August war bestens gebucht“, erzählt die Chefkosmetikerin Carmen Funke.
Gesichtsbehandlungen sind 
das Kerngeschäft. Körpertreatments führt das Institut im Angebots-Menue, weil sie in einem modernen Institut selbstverständlich sind, aber diese werden weder viel nachgefragt noch offensiv vermarktet. Die Rüstzeiten von Körperbehandlungen sind ganz andere als bei einem Facial. Das gilt übrigens auch für die Deckungsbeiträge. Die sind bei Körperbehandlungen weniger attraktiv. Auch der Aufwand ist größer, der Wäschebedarf um ein Vielfaches höher und dazu muss die Checkliste für die Körperbehandlungen beachtet werden zum Beispiel für das Aufstellen und Dekorieren der Waren.
Für eine 90-minütige, klassische Gesichtsbehandlungen kann man aktuell in Leipzig 59,- Euro verlangen, die intensive Variante kostet 69,- Euro. Durch geschickte Beratung gelingt es dem Team um Ilka Lucas immer zusätzlich die passenden Produkte zu verkaufen.
Wenn man hier im Institut miteinander spricht, dann geschieht das leise und freundlich. Auch der Tritt und der Schritt sind angemessen. Hohe Absätze sind tabu, denn der Auftritt soll leise und dezent erfolgen. Ganz schnell, eigentlich schon nach einem Tag, fühlen sich neue Mitarbeiterinnen ein und folgen den ungeschriebenen Regeln. Mittwochs und donnerstags kleiden sich die Mitarbeiterinnen in Braun und an den übrigen Tagen in schicken, weißen Uniformen. Freitags und samstags trägt Frau „Bluse“. Jede Kosmetikerin hat ihr spezielles Aufgabengebiet, in dem sie besonders kompetent ist und sich bestens auskennt.

Hautpflege heute
„Die Lebensumstände der Kunden haben sich in den letzten Jahren zunehmend verändert, somit auch die Hautbilder und zwar eher in die negative Richtung“, schildert die Kosmetikmeisterin und fährt fort: „Die Menschen sind fast das ganze Jahr über in klimatisierten Räumen. Nicht zuletzt deswegen ist die Haut deutlich trockener geworden. Zudem erlebe ich häufig, dass eine Kundin eine teure Creme benützt, aber eine günstige und falsche Reinigung. Dabei ist es sehr wichtig die Haut richtig zu reinigen.“ Die Hautprobleme nehmen zu und das Institut sieht sich als kompetente Stelle, in der Männer und Frauen lernen können, sich wieder richtig zu pflegen. „Extremer Feuchtigkeitsmangel, schuppige Haut, wenig Ruhe, Stress und falsche Ernährung – all das wirkt sich auf das Hautbild aus. Ich selbst habe zum Beispiel wenig Zeit, leiste und arbeite viel bin zu wenig an der frischen Luft, deswegen nehme ich morgens Nahrungsergänzungsmittel und einen Vitamincocktail zu mir. Tagsüber sorge ich dafür, dass ich viel und ausreichend trinke.“
Eine gute Anamnese bei neuen Kunden ist das A und O. Dazu gehören auch immer die Fragen nach dem Anliegen der Kundin und ob die Kosmetikerin etwas zur Behandlung und zu den Produkten erzählen soll. Mit Rhetorik wird versucht dem Kunden zu vermitteln, dass er etwas Gutes für sein Geld bekommt. Wünscht eine Kundin keine Produktberatung, gilt es sich daran zu halten. Aber es spricht auch dann nichts dagegen zum Beispiel ergänzende Produkte zu nennen, die in der Pflege sinnvoll sein könnten oder zur bestehenden Hautpflege mal etwas neues auszuprobieren und andere Wirkstoffe einzusetzen. Verkaufen beginnt im Institut von Ilka Lucas vor der Behandlung und im Sitzen. Das ist wichtig, denn im Liegen und in der Kabine kauft kein Kunde. Dabei geht sie so vor, dass sie in diesen fünf bis sieben Minuten sehr aufmerksam ist und mit achtsamen Fragen sich behutsam in die Rolle der Kundin versetzt: Frauen verstehen und Wünsche erfüllen, davon lässt sie sich leiten. Und wenn sich die Kundin wohlfühlt, öffnet sie sich. Manche sind so begeistert, dass sie eine komplette Serie kaufen.

Keine leichte Aufgabe: die Zusammenarbeit mit Dermatologen
Schwierige Hautbilder oder auch Fehldiagnosen von Dermatologen im Institut richtig zu behandeln, ist eine Herausforderung. Solche Aufgaben übernimmt Ilka Lucas persönlich. Sie recherchiert, analysiert, geht in die Tiefe und macht sich Gedanken, mit welchem Pflegefahrplan gearbeitet werden kann. Auch mit Ärzten und Dermatologen hat sie sich schon häufig besprochen, ausgetauscht und nach Anknüpfungspunkten gesucht. „Ich glaube, dass viele Ärzte gar nicht so genau wissen, was wir eigentlich machen. Sie wollen sich auch nicht wirklich mit uns beschäftigen und akzeptieren, dass man die Haut durchaus gesund pflegen kann. Kann sich dadurch wirklich eine gute, nachhaltige Zusammenarbeit ergeben? Das ist doch die hohe Kunst – nicht gleich medikamentös vorzugehen, sondern richtig zu pflegen und natürlich auch vorbeugend zu agieren“, betont Ilka Lucas selbstbewusst die Aufgabe und auch das Selbstverständnis der Kosmetikerin.

Ideen für den Produktverkauf im dekorativen Bereich
Zum Dienst am Kunden zählen für die clevere Inhaberin auch die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr. Ab 8 Uhr ist das Geschäft über den Seiteneingang für Behandlungen geöffnet und ab 10 Uhr der Haupteingang für die Lauf- und die Kaufkundschaft, die vielleicht eine schnelle Verschönerung wünscht, die Augenbrauen in Form gezupft sehen möchte oder eine Maniküre benötigt, einen Gutschein oder ein Produkt kauft oder einen Termin vereinbart. Sowohl oben im Ladengeschäft als auch unten sind Schminkplätze eingerichtet, denn über ein kleines Make-up nach der Behandlung freut sich jede Kundin. dieses gilt als Service und ist in der Gesichtsbehandlung inklusive und inkludiert. So kann sie die neuesten Farben kennenlernen, sieht wie ein Make-up entsteht und ist beim Thema dekorative Kosmetik aktiv dabei. Dadurch wird der Produktverkauf in diesem Bereich angekurbelt und das Thema Make-up auch für wartende Kundinnen erlebbar. Im Souterrain wurden sogenannte „Points“ eingerichtet, in denen Verkaufspräsentationen und besondere Produktaktionen aufgebaut und attraktiv präsentiert werden. Diese „Points“ findet man auch im Internet auf der Homepage und bei Facebook.

Ausgezeichneter Service und gute Organisation
Das Handtuchmanagement ist perfekt organisiert: Die Handtücher werden dabei unterteilt und vor allem die neuen und flauschigen für Gesicht und Körper genutzt. Alle werden im Vorfeld entsprechend sortiert. Auch beim Waschen hat man experimentiert und achtet auf biologisch abbaubare Medien. Bei Handtüchern kann jedoch auf ein Vollwaschmittel und hohe Waschtemperaturen nicht verzichtet werden, nur dann sind Hygiene und Sauberkeit gewährleistet.

Selbstverständlich stellt das Institut Ladekabel für verschiedene Smartphone und Handys zur Verfügung, sogar Lesebrillen oder Kontaktlinsenreiniger sind Serviceideen bei Ilka Lucas und der Fisörplatz zum Richten der Frisur entsprechen ebenfalls dem Gedanken der perfekten achtsame Rundum-Betreuung. Wöchentlich werden die Zeitschriften für die wartenden Kunden aktualisiert. Und was die Getränke angeht: „Es gibt bei uns alles Biolimonade, Sekt, Teesorten auch in Bioqualitäten, die beliebten Macha Tees und Kaffee in allen Variationen. Die Tassen sind vorgewärmt und das Wasser von besonderer Qualität. Es stammt nicht aus Plastikflaschen, sondern wird durch eine Filtertechnologie gereinigt und in einer Karaffe aus bleifreiem Glas serviert. Zur Weihnachtszeit haben wir es beispielsweise mit Kardamom und Sternanis angereichert. Und selbst den, wenn auch selten geäußerten, Wunsch nach Whiskey können wir erfüllen“, sagt die umsichtige Geschäftsfrau schmunzelnd. Hier ist der Kunde tatsächlich König.

23.11.2015; Quelle: Spa & Beauty Guide 2014

Image, Style, Cosmetics:

Ihr Institut betreibt Nicole Morawitz seit 2001 in einer ruhigen Straße von Bad Homburg. Die Kurstadt mit gut 50.000 Einwohnern liegt zwischen Frankfurt im Süden und dem Taunus im Norden. Ein begehrter Wohnort, in dem sich urbanes Leben mit dem Charme einer wohlhabenden Kurstadt paart.

Kunden und Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut:

Professionell, kompetent und mit Freude an der Arbeit führen Eva Maria Kraut und Sylvia Nöcker das Profil Institut in Nürnberg. So überzeugten sie auch die Jury unseres diesjährigen Contests "Wir suchen Deutschlands Beste Kosmetikerinnen": Sie wurden Preisträgerinnen in der Kategorie Haupterwerb.

Bereits 1997 gründeten die beiden Freundinnen ihr eigenes Institut, seit 2004 sind sie im Zentrum Nürnbergs, nur ein halbe Gehminute von den Haupteinkaufsstraßen entfernt, aber mit Parkplätzen vor der Haustür. Name und Logo spiegeln dabei ihre Liebe zum Business wider: "Pro" steht sowohl für "Profi", als auch für "Positiv".
Der Auftritt des Instituts ist klar, schnörkellos und unisex. Capuccinofarben ist die Linie und das spricht auch díe Herren an: 20 % des Klientels im Institut sind heute Männer. Während diese vorrangig das Behandlungsziel haben, nicht mehr gestresst auszusehen, wünschen Frauen Anti Aging-Maßnahmen und effektive Pflegeeinheiten, die Falten bekämpfen.

"Sympathisches Innenleben"
Rund 150 qm Platz bietet das Institut für Behandlung, Warten und Verkauf. Dazu kommen noch 50 qm für Büro, Lager und Personalräume. Das Institut liegt in einem Galerieladen mit Rezeption im Erdgeschoss und einer darüber liegenden Etage mit weiteren Kabinen, einem Make up-Platz und einem offenen Stuhl für Kundinnen, die spontan kleine Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchten. Ein Wartebereich mit Kaffee- und Teeangebot und einer Leseecke ermöglicht ein bequemes Ankommen. Im Untergeschoss befindet sich ein kleines Lager für Kabinenware, Testmuster und Dekorationsmedien. Das Institut hat vier Kabinen plus externe Plätze. Helle Parkettböden, cremefarbene Wände, helle Möbel mit braunen Oberflächen und viele Fenster mit Tageslicht runden das Bild ab.
Alle sechs Wochen wird das Institut neu dekoriert und dabei auf die Sichtbarkeit der Produkte geachtet. Durch die großen Fenster ist alles transparent und Kunden können in den Laden schauen und sehen, dass sein Innenleben sympathisch ist. So ist das Schaufenster auch weniger ein Produktschaufenster, als ein Fensterrahmen, der Lust machen soll, einzutreten. "Wir dekorieren dabei lieber selbst. Die Dekorateure, mit denen wir zusammengarbeitet haben, das war immer zu viel der Stoffblumenideen", erklärt eine der beiden Inhaberinnen augenzwinkernd.
Zu den Themen Persönlichkeitsprofil, Verkaufen, Prozesskommunikation und Mitarbeiterführung haben sich die beiden durch die Coaches Thea Simon van de Ven und Silvia Heinrich begleiten lassen. Das hat ihnen persönlich viel gebracht: "Wo willst du hin in deinem Leben?", lautete eine der zentralen Fragen und auch heute kommen beiden immer wieder an den Punkt, an dem sie sich gerne die Mappen von damals ansehen und noch einmal orientieren.

Ein stimmiges Team
Aktuell umfasst das Team sieben Mitarbeiterinnen, davon einige in Teilzeit. Bei der Teilzeitfrage hat es sich bewährt, zu vereinbaren, dass ganze Tage gearbeitet werden, denn sonst wünschen sich alle Mitarbeiterinnnen die Vormittagschicht bis 14 Uhr. Eine Kosmetikerin sollte das 3- bis 4-fache ihres Gehalts ertwirtschaften und das geht nur über den Produktverkauf: Das Verhältnis Verkaufs- zu Dienstleistungsumsatz ist aktuell 50 : 50. Mit den Mitarbeiterinnen werden auch gerne Incentives und Reisen zu Wellnesshotels unternommen: "Wir lassen uns einiges einfallen, auch um unsere Mitarbeiterinnen zu belohnen und zu motivieren".
Die Mitarbeiterinnen müssen vor allem fachlich gut sein und von einer guten Kosmetikfachschule kommen, wenn sie im Profil Institut arbeiten möchten. "Den Diamanten, den schleifen wir dann daraus", betont Eva Maria Kraut. Wichtig ist, dass die Kosmetikerinnen gepflegt, nett, sympathisch und fachlich kompetent sind. Umgekehrt berücksichtigt die Personalführung, dass man einen Menschen nicht verändern kann. Umso mehr müssen die Mitarbeiterinnen zum Institut, zum Team und den Chefs passen. "Wir wollen keine Uniform im Institut und kleiden uns in einer eher schwarz orientierten Garderobe." Überdies legen die beiden Geschäftsführerinnen Wert auf persönliche Ansprache. Wichtig ist ihnen daher, dass beim Blick durch das Schaufenster eine Person sichtbar – und damit Leben im Laden ist.
Für das Qualitätsmanagement haben die beiden Geschäftsfrauen wöchentliche zweistündige Meetings angesetzt. Auch Kleinigkeiten werden hier thematisiert. Das klärt und ist wichtig, damit sich nichts anstaut. In punkto Kundenreklamationen, Motivation, Verkauf und Rhetorik trainiert Eva Maria Kraut das Team. Und die Mitarbeiter sind auch aktiv aufgefordert, Feedback zu äußern und zu formulieren.

Marken
Bei der Auswahl der Marken Guinot, Sisley, Thalgo und – recht neu – med beauty, haben die Inhaberinnen darauf geachtet, nicht mit zu vielen Partnern zusammenzugehen, aber dennoch für die verschiedenen Zielgruppen und Portemonnaies eine gewisse Vielfalt aufzuzeigen. Es gilt die Devise: "Lieber mache ich mit drei Firmen einen richtig guten Umsatz, als mit 20 einen kleinen." Auch hier das klare Bekenntnis zur Pflege für das Gesicht, vor allem mit den Händen – Handarbeit eben. Make up ist im Programm, dekorative Produkte führt das Profil Institut hingegen nicht: "Die Margen sind bei einem Lippenstift der um 10 oder vielleicht 24 Euro verkauft würde, zu gering, Produktverkauf bei der Gesichtspflege ist umso profitabler", erklären die beiden Fachfrauen.
"Nahrungsergänzung verkaufen wir eher bei Kunden, die schon entsprechend bewusst ihr Leben führen, denn sonst ist der Beratungsaufwand zu groß. Letzten Endes geht es ja um den Verkauf der Produkte und nicht um eine ganzheitliche Kur oder Lifestyleberatung. Auch Ernährungsberatung in Form von Workshops anzubieten, ist eher schwer. "Wenn unsere Kundinnen hier Fragen haben, verweisen wir gerne auf fachlich gute Internetseiten. Denn diese Kunden wünschen einen tieferen und ganzheitlicheren Ansatz.

Aufmerksame Aktionen und Promotionen
Generell sehen die beiden Geschäftsführerinnen wertige Gutscheine mit höheren Beträgen als ein effektives Marketingmittel. Zu Weihnachten gab es eine besondere Aktion: Auf eine Gesichtsbehandlung für Neukunden wurden 15 Euro rabattiert. Die Gutscheine wurden in kleine Röllchen gedreht und mit einer Schleife umrollt, auf die das Logo des Instituts gedruckt war. Kunden, die wiederum Kunden vermitteln, erhalten ebenfalls einen Gutschein und können zum Beispiel 15 Minuten Augenstyling genießen.
Rund 1.000 Kunden verzeichnet das Institut aktuell als echte Stammkunden, die vier Mal im Jahr kommen. Etwa 2.000 Adressen waren seit etwa einem Jahr nicht da, werden aber immer mal wieder über verschiedene Mailings aktiviert. Wobei man die Angebote gegenüber Stammkunden und Altkunden und Neukunden bewusst unterschiedlich fasst und inhaltlich auslobt, zum Beispiel über den Wert der Gutscheine für Behandlungen und den Wert kleinerer Geschenke und Warenproben.
Ergeben sich einmal Lücken im Terminkalender, werden ab und an kurzfristige Termine über Facebook angeboten. Und auch sonst ist Facebook ein beliebtes Tool, um bei den Kundinnen gut in Erinnerung zu bleiben. Bis Januar sei das Institut gut gebucht, Anfang Februar senden die Inhaberinnen dann ein 2.000er- bis 3.000er-Mailing raus und bieten "Fruchtsäurebehandlungen zur Mobilisierung der Leuchtkraft der Haut". Generell gehören Körperbehandlungen jedoch eher weniger zum Angebot: "Denn wenn du hier wirklich Erfolg an deinen Kunden sehen willst, dann ist das wie regelmäßiger Sport und man müsste einmal die Woche kommen. Das ist den meisten dann schon zu viel", resümiert eine der beiden Expertinnen. Vielleicht sind auf der Basis von 10er-Einheiten Körper-Packages denkbar, aber wenn die Kundin zehn Mal kommt, wird sie eher nicht jedes Mal auch noch ein Produkt kaufen – und das macht die Sache für uns dann weniger finanziell interessant."
Eine erfolgreiche Aktion, Männer ins Institut zu locken, war die Werbeaktion "Männersache". Wenn Frauen ihren Freund, Mann oder Bekannten pflegen, bekommen diese ein Pflegeset als Geschenk. Die Aktion war auf zwei Tage begrenzt, an denen nur Männer Wellness und Pflege mit informativen Vorträgen, Gratis-Verköstigung und einer 30-minütigen Kurbehandlung, bestehend aus Reinigung, Peeling, Massage und Abschlusspflege sowie Beratung, genießen konnten.

Beraten und Verkaufen
"Wir holen oft viele verschiedene Meinungen ein, hören uns die Argumente genau an und versuchen, diese nachzuvollziehen – und wenn ein Produkt ähnlich verargumentiert wird, aber bei einer Marke 150 EUR und bei einer anderen 40 Euro kosten soll, werden wir hellhörig und fragen nach, wo die Unterschiede sind.
Die Kundin muss allerdings stets mitziehen und sich gerade bei intensiven Wirkstoffbehandlungen genau an die Pflegeempfehlungen halten, da sonst eine Behandlung nichts bringt. Kunden müssen daher davon überzeugt werden, die Produkte regelmäßig in der Heimpflege zu benutzen, um den Hautzustand zu verbessern und die Hautgesundheit zu fördern. "Hier sind wir als Kosmetikerinnen aufgefordert, die Sprache zu finden, die uns den Zugang zu den Kunden verschafft", meint Eva Maria Kraut. "Wenn Sie abnehmen möchten, reicht es ja auch nicht, nur Sport zu treiben, Sie müssen auch ihre Ernährung dabei umstellen."

"Weiter wachsen und gestalten"
Neue Investitionen wägen die beiden Inhaberinnen stets genau ab. Zwar investieren sie bereitwillig, warten aber auch gerne und schauen, ob und wie sich ein neues Produkt oder Gerät am Markt etabliert. So sind die beiden Kosmetikerinnen beispielsweise der Meinung, dass sie Microdermabrasionsgeräte eher nicht brauchen, da die Arbeit der Kosmetikerin mit den Händen genauso gute Pflegeergenisse ermöglicht. "Der Trend zur Microdermabrasion kann auch daran liegen, dass durch die Nutzung eines Gerätes Kompetenz vermittelt wird. Da brummt es, die Kundin sieht eine Maschine – und hat so das Gefühl, dass da wirklich etwas passiert." Doch die Kunst der Kosmetikerin ist es auch, so die Überzeugung der erfahrenen Kosmetikerinnen, die Haut richtig zu interpretieren. "Pickel ist eben nicht gleich Pickel und auch eine zu trockene Haut kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Es braucht schon einige Termine, damit die Kosmetikerin die Haut der Kundin richtig einschätzen kann – und es kommt darauf an, zu vermitteln, was möglich ist, wenn der Kunde richtig mitmacht. Und das besser drei Mal in Folge, als drei Mal im Jahr."
Das Thema Fußpflege haben die Institituts-Leiterinnen bewusst vor einigen Jahren aus ihrem Programm gestrichen: "Wir müssten bei 45 Minuten Fußpflege 60 Minuten investieren und haben keinen Warenverkauf. Wenn wir die Fußpflege wieder aufnähmen, würden wir das Segment anders einschnüren. Wenn wir noch ein oder zwei Kabinen mehr hätten und eine gute Mitarbeiterlösung, wäre das durchaus denkbar. Denn wir wollen ja auch weiter wachsen und unsere Zukunft planen und gestalten." So ist ein Plan für die Zukunft, die Wande im Institut zu versetzen, um eine Kabine größer zu fassen und den Lager und Mitarbeiterraum anders zu gestalten. Auch die Realisierung bodengleicher Fenster im Schaufenster und die Neugestaltung der Klimatisierung ist ein Traum. Sodenn: Auf weiterhin gutes Gelingen und viel Tatendrang!

23.11.2015; Quelle: Spa & Beauty Guide 2014

 Rundum schön in kürzester Zeit:

Pflege, Pediküre, Maniküre – die moderne Frau steht in Sachen Kosmetik ständig vor einer Herausforderung. Um gepflegt auszusehen, muss sie viel Zeit investieren. Zeit, die sie aufgrund von Beruf und Familie häufig nicht hat.

Auf diese Bedürfnisse hat sich Martina Schwieger mit ihrem Institut im Hamburger Stadtteil Harvestehude eingestellt und ist damit äußerst erfolgreich.

I m ersten Stock eines herrlichen Altbaus in Hamburg Harvestehude befindet sich das Kosmetikinstitut von Martina Schwieger. Es erstreckt sich über eine Etage und hat 190 m2. Mit vier sehr gut ausgebildeten Kosmetikerinnen, die alle auch bei Hautärzten gelernt haben und medizinisch geschult sind, bedient sie eine Klientel, die aus den besten Hamburger Häusern kommt. Dementsprechend hoch ist das Serviceniveau. Eine Mitarbeiterin, die als Make-up-Artist bei YSL und Chanel ausgebildet wurde, ist zum Beispiel nur für den Empfang sowie das Make-up zuständig und hält alles Organisatorische von dem Team fern. »Alle anderen Mitarbeiterinnen können alles: Maniküre, Waxing und Gesicht. So muss es auch sein, da es sich ansonsten nicht rechnet und es wäre wirtschaftlich sehr viel schwieriger, wenn ich Spezialistinnen einsetzen würde«, erklärt Martina Schwieger. Alle Räume verfügen über 20 bis 25 m2, sind lichtdurchflutet und die Fenster können weit geöffnet werden. Die Deckenhöhe des Altbaus unterstützt den großzügigen Eindruck. Beim Interieur hat die kreative Inhaberin selbst Hand angelegt und vieles entworfen. Die Bilder ihres Mannes, der Künstler ist, schmücken die Wände, ansonsten sind die Räume eher pur gehalten. Damit soll die dermatologische Ausrichtung auch optisch unterstrichen werden. Poster von Kosmetikfirmen sucht man vergebens. Unten im Eingangsbereich des Hauses liest man nur den Namen »Martina Schwieger« ohne weitere Hinweise. So ist gewährleistet, dass die Kunden in Ruhe behandelt werden können und es nicht ständig klingelt. »Auf Hintergrund- und Entspannungsmusik oder Vogelgezwitscher verzichte ich ganz. Wenn die Kundin es wünscht, spiele ich gerne klassische Musik«, sagt Martina Schwieger schmunzelnd.

Auf dem Weg in die Selbständigkeit

Bevor sie ihr eigenes Institut eröffnete, hat die gebürtige Lübeckerin das Skin Biology Center, kurz SBC, von Prof. Dr. Volker Steinkraus in Hamburg aufgebaut und einige Jahre erfolgreich als Geschäftsführerin geleitet. Dabei kam ihr auch ihre mehrjährige Tätigkeit als Kosmetikerin bei Marlies Möller und im Hotel Vier Jahreszeiten zugute. Martina Schwieger wusste schon im Alter von 12 Jahren, dass sie diesen Beruf ergreifen will und hat sich ihre Ausbildung selbst erarbeitet. Zur heutigen Ausbildungssituation von Kosmetikerinnen in Deutschland hat sie ihre eigene Meinung: »Ich bin gegen Kosmetikfachschulen und weiß, dass ich mich mit Aus-sagen dieser Art aus dem Fenster lehne. Es sind schon einige mit der Bitte eine Schule zu gründen an mich herangetreten. Ich liebe junge Menschen sehr, aber die Kosmetikschülerinnen können, wenn sie von der Schule kommen, so gar nichts. Sie wissen nicht, wie sie auf Zeit arbeiten, sie können nicht die Hand geben und sich nicht mit den Kunden unterhalten. Ich bin davon überzeugt, dass wir in fünf Jahren keine Kosmetikfachschulen mehr haben werden. Bei mir wird nur noch im dualen System ausgebildet, alles andere lehne ich ab. Gut ist die Mittlere Reife, besser noch das Abitur, ohne das eine oder das andere geht es heute einfach nicht mehr.« Entsprechend lautet auch ihre Empfehlung für junge Frauen, die gerne Kosmetikerin werden wollen: Eine dreijährige Ausbildung im dualen System und dann auf jeden Fall mindestens zwei bis drei Jahre eine Festanstellung bei einem Dermatologen anstreben. Vor der Selbstständigkeit sollte man noch fünf bis zehn weitere Jahre Berufserfahrung sammeln. »Man bekommt beim Dermatologen auch den betriebswirtschaftlichen Bereich ausgezeichnet vermittelt und man muss einfach sehr viel lernen, um die dermatologische Sprache zu verstehen. Danach ist absolut alles machbar – dermatologisch ausgerichtetes Personal, das ist für mich die Zukunft«, erklärt die versierte Kosmetikerin.

Zwei Stunden für die Schönheit

In nur zwei Stunden bekommt eine Kundin bei Martina Schwieger eine medizinische Gesichts- und Dekolleté-Anwendung, eine Jet Peel-Behandlung, Maniküre sowie Pediküre. »Die Kunden haben heute einfach keine Zeit mehr. Manchmal arbeiten wir sogar zu dritt an einer Kundin. Dadurch ist sie nach zwei Stunden und nicht nach drei bis vier Stunden komplett fertig«, erläutert die Inhaberin. Ihre Kundinnen schätzen diesen in Hamburg einmaligen Service, der ergänzt durch Spättermine bis 21 Uhr optimal auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Daneben hat die Qualität der verwendeten Kosmetikprodukte im Institut höchste Priorität. Hier kommen ausschließlich dermatologische Pflegeprodukte mit hochwirksamen Inhaltsstoffen zum Einsatz. In Kombination mit einer umfangreichen Beratung und einer den Jahreszeiten entsprechenden Pflege sorgen diese für eine sicht- und fühlbar schönere Haut. Die Haut ihrer Kundinnen langfristig zu verbessern, das ist das Ziel von Martina Schwieger und ihrem Team. Ihre Kundinnen sollen auch ohne Make-up gerne das Haus verlassen. Ob Pigmentstörungen, Falten, Probleme in der Menopause oder Rosacea – eine genaue Analyse bildet den Auftakt jeder Behandlung, die anschließend genau auf die jeweilige Haut abgestimmt wird. Hier gleicht kein Pflegeprogramm dem anderen.

Von der Menopause bis zu individuellen Befindlichkeiten

»Bei uns ist es ähnlich wie beim Psychotherapeuten, das erste Gespräch ist das entscheidende«, betont die Fachfrau. Bei einer Neukundin wird vor allem auch der Hormonstatus erfragt, also ob sie zum Beispiel in der Menopause ist und Hormone einnimmt. Denn die Haut und das Haar werden dünner. Dieses Gespräch und die Analyse des Istzustandes der Haut sowie des Fett- und Feuchtigkeitsgehaltes sind wichtig und erfordern eine hohe Konzentration von der Kosmetikerin. Kunden, die wöchentlich kommen, werden jedes Mal und vor jeder Behandlung nach ihrem Zustand gefragt. Das kann ein »Lass mich in Ruhe, ich will nur entspannen« sein oder auch ein »In dieser Woche bin ich sichtbar gealtert, was können wir tun«. Die Kundin bei ihrem Leidensdruck an diesem Tag ab- zuholen und sich darauf einzulassen, ist etwas ganz Wesentliches und deswegen wird diese Frage vor jedem Termin gestellt. Martina Schwieger führt u. a. die Marken Murad (damit ist sie die einzige in Deutschland, die die beratungsintensive Marke anbietet), Med Beauty Swiss, Valmont und mesoestetic. »Ich verwende für die dermatologischen Produkte gerne den Begriff >Skinceuticals<. Für mich ist die hohe Konzentration der medizinischen Wirkstoffe von großer Bedeutung. Um das zu erkennen, lese ich Studien, wissenschaftliche Abhandlungen und Wirksamkeitsnachweise. Ohne diese Angaben haben die Marken bei mir keine Chance. Wir entscheiden in der Regel im Team und testen alles selbst über ein gutes Vierteljahr hinweg. Ich schaue auch immer nach, was es dazu gerade im Ausland, vor allem in den USA, gibt. Die Amerikaner sind sehr viel weiter in der hochwirksamen Hautpflege als wir«, schildert Martina Schwieger ihre Vorgehensweise. Das Institutsangebot ist eher klassisch. Zu den beliebten Facials gehören Treatments, die Pigmentflecken, Akne und einen fahlen oder rauen Teint behandeln. Daneben gibt es auch noch Special Face Treatments. Martina Schwieger ist zum Beispiel auf Dermamelan spezialisiert. Das ist eine Depigmentierungsbehandlung von mesoestetic, mit der sie gute Ergebnisse erzielt. Produkte, die die Kosmetikerin nicht überzeugen, nimmt sie wieder aus dem Angebot.

Beste Qualität mit erstklassigen Mitarbeitern, Produkten und Geräten

 Die Behandlungen dauern im Durchschnitt zwei Stunden. 135,- Euro ist der Basispreis für ein einstündiges Treatment. Für Mesoeclat von mesoestetic kann sie bei einer einstündigen Anwendung sogar 270,- Euro ansetzen, da hierbei mit überzeugenden Wirkstoffen und Behandlungskonzepten gearbeitet wird. »Wenn man dieses Preissegment bedient, dann braucht man die besten Mitarbeiter, die besten Marken und die besten Geräte. Und ohne Heimpflege geht gar nichts«, bekräftigt die clevere Geschäftsfrau. Man kann einer Kundin gut vermitteln, dass nur durch einen alle vier Wochen angesetzten Termin im Institut keine Hautbildverbesserung möglich ist, und dass sie zu Hause einfach weiter pflegen muss. Die Preisempfehlungen von mesoestetic sind realistisch und umsetzbar. Der Preis spielt für die Kundin von Martina Schwieger keine Rolle, aber er muss ihr so erläutert werden, dass sie ihn verstehen und akzeptieren kann. Einzelne Maniküre- und Pediküre-Termine gibt es nicht, sondern nur im Paket mit einem Face Treatment. Als apparatives Gerät setzt Martina Schwieger auf den Jet Peel. Dieser wirkt mittels flüssiger Salzkristalle, die über Wasserdruck aufgetragen werden und die oberen Hautschichten abtragen. Die konventionellen Mikrodermabrasionen arbeiten eher mechanisch. Das ist bei bindege websschwachen Hautbildern nicht tief und nicht stark genug. »Geräte sollten sich von der Kalkulation her schnell bezahlt machen, nach möglichst einem halben Jahr oder sogar früher. Wir haben gemeinsam im Team überlegt, wie oft wir das Gerät einsetzen können und welche Kundinnen sich davon überzeugen lassen«, berichtet die umsichtige Fachfrau. Der Verkauf von Accessoires spielt eine wichtige wirtschaftliche Rolle im Institut. Denn die Margen werden mit 300 Prozent kalkuliert und die Inhaberin hat ein Händchen für Accessoires. Es gibt bei ihr die schönen Dinge, die man nicht an jeder Ecke erhält. Die Kundinnen lassen sich gerne damit überraschen. Ein tolles T-Shirt oder ein angesagter Modeschmuck – die Kundin benötigt nicht alle 14 Tage eine neue Creme, aber hübsche Accessoires immer gerne und sei es nur als Geschenk für eine liebe Freundin.

Im Trend – Behandlungen mit sichtbarem Effekt

Die Kunden von heute haben keine Lust mehr auf Wellness und pure Entspannung. Sie wollen von der Liege aufstehen und sofort Resultate sehen. Die Nachfrage nach aggressiven Behandlungen, die wirklich sichtbar sind, wächst. Das sind die Erkenntnisse aus dem Institutsalltag von Martina Schwieger. Dazu kommt, dass die Kunden überhaupt keine Zeit mehr haben, alles muss gemacht werden, alles muss schnell gehen. Im Institut ist es eher die berufstätige Frau, die erreichen will, dass man ihr die Erschöpfung nicht ansieht. »Das hat sich völlig verändert. Die Nachfrage einer Neukundin, die zu uns kommt, ist heute in der Regel: Ich bin um die 50, ich bin erschöpft, Hochwertige Accessoires sind im Institut ein tolles Zusatzgeschäft ich will was tun. Richtig effektive Behandlungen und Kontinuität in der Betreuung durch uns ist die Folge. Die Damen kennen sich aus. Sie wissen zum Beispiel genau wie Salicylsäure wirkt, was der Wirkstoff Vitamin C bedeutet und welche Rolle der Sonnenschutz in der Tagescreme spielt. So eine Kundin will qualifiziert behandelt werden, alle anderen gehen ins Nagelstudio.« Die Kundin im Martina Schwieger Institut ist zwischen 30 und 50 Jahre alt, berufstätig, trägt Verantwortung, hat Stress, ist anspruchsvoll, fordernd und im Auftreten sehr selbstbewusst. Das Zeitproblem ist dabei fast immer die größte Herausforderung für Martina Schwieger und ihr Team: »Der Zeitdruck ist das allerschwierigste, am liebsten alles gleich, und zwar in der Hälfte der Zeit. Das fordert auch uns und unsere Energien, denn wir müssen extrem bei der Sache sein. In der Regel behandeln wir vier Kundinnen am Tag.« Kein Wunder, dass sich Martina Schwieger immer mal wieder zurückziehen muss um Energie zu tanken. Dabei helfen ihr Ruhe und Einsamkeit: »Ich liebe Menschen, brauche aber nach dem fordernden Miteinander, den mein Beruf mit sich bringt, meine Meditationen, die Stille und die Natur.«

 

23.11.2015; Quelle: mecical skincare guide 2015

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