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Es ist nach wie vor umstritten, Mischhaut als eigenständigen Hautsekretionstyp zu bezeichnen, denn jedes Gesicht hat leistungsstärkere und leistungsschwächere Talgdrüsen. Demnach scheint jede Haut eine Art »Mischhaut« zu sein. Was also zeichnet diesen Hauttyp tatsächlich aus?

In der Kosmetik spricht man von Mischhaut, wenn gleichzeitig die ausgeprägte seborrhöische T-Zone mit starker Talg- und Schweißsekretion und sebostatische Bereiche, zum Beispiel an den Wangen, vorliegen, die durch mangelnde Talg- und Schweißproduktion, verringerte Elastizität, Rötungen und ein Spannungsgefühl gekennzeichnet sind. So ergeben sich unterschiedliche Pflegebedürfnisse für die verschiedenen Hautbereiche im Gesicht. Damit ist der Kunde häufig überfordert und es bedarf einer qualifizierten kosmetischen Beratung und Pflege. Aus Sorge den Fettglanz der Gesichtsmitte zu fördern, wird die regelmäßige Hautpflege häufig vernachlässigt oder falsche Produkte mit unpassenden Inhaltsstoffen verwendet. Vorzeitige, altersunabhängige Austrocknungsfältchen an der Seitenpartie sowie um die Augen (»Sonnenstrahlen«) und die weiterhin glänzende T-Zone können die Folge sein. Hier ist die Kosmetikerin gefordert und sollte den Kunden mit einer Mischhaut differenziert beraten. Dazu sind möglicher- weise verschiedene Produkte in bestimmten Gesichtspartien nötig, die mit ihren jeweiligen Inhaltsstoffen an den verschiedenen Hautbereichen wirken.

Wichtig: eine exakte Hautanalyse
Die Behandlung wird auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Haut abgestimmt und kann durchaus von den festgelegten Behandlungsabläufen des Angebots eines Instituts abweichen. Die Kosmetikerin reagiert nach einer gründlichen Hautbeurteilung flexibel und erstellt einen individuellen Behandlungs- plan für den Kunden. Bei der Reinigung der Mischhaut kann durchaus einheitlich ein mildes Reinigungsprodukt (Ö/W-RM) ver- wendet werden, das zum Beispiel in der T- Zone mit stärkerer Intensität eingearbeitet wird. Das Gleiche gilt für die Anwendung eines Peelings, sei es bei einem milden me- chanischen Peeling oder Enzympeeling. Das Tonic sollte für die T-Zone alkoholhaltig sein und für die Wangenpartie eher alkoholfrei.Bei der Pflege empfiehlt sich eine talgredu- zierende, ölfreie Ampulle und ein Gel-Fluid für die T-Zone, eine ölhaltige Ampulle und feuchtigkeitsspendende, reichhaltigere Pflege für die Seitenpartie des Gesichts. Für den Bereich der T-Zone kommt beispielsweise eine Heilerdepackung, die entfettend, ad- stringierend und zum Teil auch hornlösend wirkt, zum Einsatz. Die Seitenpartie erfordert eher eine Cremepackung, die spannungsmil- dernd und revitalisierend ist. Eine durchlässige Feuchtigkeits-Vliesmaske, zum Beispiel mit Kollagen, kann für das gesamte Gesicht ver- wendet werden.

Zu den geeigneten Wirkstoffen für Produkte der T-Zone gehören u. a. Harnstoff/Urea, Zink, Hyaluronsäure und Elastin. Typische Wirkstoffe für Produkte der bedürftigeren Wangenpartie sind beispielsweise pflanzliche Öle und Fette wie Nachtkerzen- oder Arganöl, Kollagen, fettlösliche Vitamine wie Vitamin A (Retinol) und Vitamin E (Tocopherol), aber auch Hyaluronsäure. Vorsicht ist bei Frucht- säurebehandlungen geboten, weil die Seiten- partie des Gesichts zu stark gereizt werden könnte. Wenn, dann sind Fruchtsäuren nur in einer milden Konzentration in der T-Zone anzuwenden.

Unterstützung bei der Heimpflege
Von vielen Kosmetikfirmen werden Spezialserien für die Mischhaut angeboten, aber diese Produkte sind jeweils für die anderen Hautpartien (T-Zone und Wangenbereich) nur eine Kompromisslösung in der Alltags- pflege. So kann ein fettfreies Hydrogel ruhig auf dem gesamten Gesicht verteilt werden, aber zusätzlich sollte auf der Wangenpartie eine Tagescreme und abends eine beruhigende leichte Nachtcreme verwendet werden. Bei den Cremes sind Ö/W-Emulsionstypen zu bevorzugen. Zusätzlich lohnt es sich, die Spezialpflege mit einer regenerierenden Augencreme und feuchtigkeitsspendenden Augenpads zu ergänzen. Das kurzfristige Ziel der Systempflege liegt auf der Beruhigung der übermäßigen Talgproduktion der T-Zone sowie der gereizten, geröteten und trockenen Seitenpartie des Gesichts. Ein langfristiges Idealziel bei der Pflege der Mischhaut, wäre eine gewisse Regulierung der verschiedenen Hautbereiche in Richtung einer ausgeglichenen normalen Haut. Der individuell zu- sammengestellte Behandlungsplan und die Empfehlung sowie Anwendungstipps für die richtigen Heimpflegeprodukte gehören zu den Aufgaben der Kosmetikerin und bedingen eine langfristige Kundenbindung.

Autorin: Annegret Baisch ist Ansprechpartnerin für die Duale Ausbildung von Kosmetikerinnen in der Hoppenlau Schule in Stuttgart.

Quellle: kosmetik & pflege Fachmagazin 3/2020

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