girl 1531575 1920

Die Kosmetikerin beschäftigt sich mit der Behandlung der Haut – und steht damit ganz im Dienst der Gesundheit des Menschen. Gleichzeitig vertrauen sich die Kundinnen und Kunden der Kosmetikerin an und offenbaren sich ihr – auch samt körperlicher „Baustellen“. Zwei der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche, vertrauensvolle Kosmetikbehandlung sind daher Sauberkeit und Hygiene.

Der Gesetzgeber hat dazu eine Hygieneverordnung aus dem Infektionsschutzgesetz erlassen. Diese Verordnung ist für alle, die in der Schönheitspflege tätig sind, wie beispielsweise Kosmetiker/innen, Fußpfleger/innen, Friseure/innen bindend. Denn sie alle verwenden bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit Instrumente, die – unbeabsichtigt – Verletzungen verursachen und dabei blutübertragbare Krankheiten und Keime verbreiten könnten.

 

Säubern der Räumlichkeiten

Zur Hygiene in der kosmetischen Behandlung gehört vor allem die peinliche Sauberkeit am Arbeitsplatz. Zur Reinigung der Behandlungsliegen und Schränke in der Kabine genügt ein Allzweckreiniger. Es sei denn, diese Einrichtungsgegenstände sind unmittelbar mit Blut, Schweiß oder anderen Körperflüssigkeiten in Berührung gekommen. Ist dies der Fall, muss ein Reinigungsprodukt mit einem Alkoholgehalt zwischen mindestens 70 und 85 % angewendet werden. Die dafür zugelassenen Mittel sind in der Hygieneverordnung jedes Bundeslandes nachzulesen und werden von zahlreichen Herstellern in Anlehnung an die gesetzlichen Vorgaben produziert. Alle weiteren Einrichtungsgegenstände sind täglich mit einem feuchten Tuch zu säubern. Auch der Fußboden muss täglich feucht gewischt werden. Abfall ist regelmäßig aus den Behandlungsräumen zu entfernen. Die Toiletten müssen mit Einmal-Handtüchern und Seifenspendern ausgestattet sein. Im Alltag reichen handelsübliche Putzmittel für die Reinigung aus.

 

Weiß – das Sinnbild für Sauberkeit

Auch bei der Arbeitsbekleidung gibt es für Kosmetikerinnen einiges zu beachten. Grundsätzlich schafft im kosmetischen Bereich eine weiße Berufskleidung Vertrauen und genügt im vollen Umfang den hygienischen Standards. Zudem ist in punkto Bekleidung Weiß die hitzebeständigste aller Farben. Denn um Keime sicher abzutöten, ist es ratsam, die Berufskleidung bei hoher Temperatur (mindestens 60 Grad) zu waschen. Die Berufskleidung sollte darüber hinaus täglich gewechselt werden – bei aufgetretenen Verschmutzungen selbstverständlich sofort.

Vor Beginn ihrer Tätigkeit am Kunden muss die Kosmetikerin ihre Hände gründlich mit einer Flüssigseife waschen und mit einem Einmal-Handtuch abtrocknen. Langes Haar muss zusammengebunden werden. Während der Arbeit ist Schmuck, wie etwa Ringe, Armreifen oder Armbanduhren aus Gründen der Verletzungsgefahr abzulegen.

Bei allen kosmetischen Eingriffen, bei denen Kontakt mit Blut, Serum, ansteckenden oder verdächtigen Hauterscheinungen (z.B. Mykose) vorhersehbar ist, müssen allergenarme Einweghandschuhe getragen werden. Diese brauchen nicht steril zu sein, müssen jedoch vor Beginn des Eingriffs frisch aus einer Originalverpackung entnommen werden. Nach dem Eingriff sind die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Ebenso empfiehlt sich zum Auftragen von Lippenstift bei Herpes Spatel und Wattestäbchen. Make up und Puder bei Akne mit Quaste und Wattepad. Alle Arbeitsutensilien sind anschließend ordnungsgemäß zu entsorgen.

Bei Verletzungen oder Hauterkrankungen des Personals an den Händen sind bei jedem Kundenkontakt Einweghandschuhe zu tragen. Handwerksmaterial bzw. Besteck muss immer mit 70 – 85 % Alkohol nach dem Reinigen bzw. Desinfizieren und vor dem Gebrauch besprüht werden.

 

Länderspezifische Hygieneverordnungen

In Deutschland hat jedes Bundesland jeweils eigene Hygieneverordnungen herausgegeben, deren Einhaltung durch die zuständigen Gesundheits- bzw. Ordnungsämter überwacht werden. Verstöße können mit empfindlichen Geldstrafen bis hin zur Geschäftsschließung geahndet werden. Die einzelnen Vorschriften in den Hygieneverordnungen sind fast in allen Bundesländern einheitlich geregelt:

1. Wunddesinfektion

2. Händedesinfektion

3. Hautdesinfektion

3 a. Entsorgung von blutkontaminierten Gegenständen

4. Desinfektion der Instrumente

5. Desinfektion der Wäsche

6. zugelassene Desinfektionsmittel

 

Auch die Begrifflichkeiten sind näher definiert: „Desinfektion“ heißt, krankmachende Keime auf Haut bzw. Wunden sowie auf Geräten oder Flächen mit geeigneten Mitteln und Verfahren unschädlich zu machen.

Sterilisation“ nach dem DAB (Deutsches Arzneibuch) bedeutet, Maßnahmen zur vollständigen Abtötung der Krankheitskeime (Sterilisator) zu ergreifen.

 

Verpflichtung und Einhaltung der Hygieneverordnung

§ 1 Wer Tätigkeiten auf dem Gebiet der Körper- und Schönheitspflege ausübt, bei denen durch Geräte Erreger einer durch Blut übertragbaren Krankheit übertragen werden können, unterliegen dieser Verordnung.

Die Einhaltung der Hygieneverordnung dient dazu, sich selbst und den Kunden vor Infektionen zu schützen. Außerdem schafft die Kosmetikerin dadurch Vertrauen beim Kunden und vermittelt nicht zuletzt Kompetenz. Die Kundenbindung wird damit gestärkt.

 

Tipp: Es ist empfehlenswert, immer 70 % Alkohol in einer Metallsprühflasche sowie alkoholgetränkte Tücher in einer Box bereitzuhalten. Damit kann man – bei Beachtung der 30 Sekunden Einwirkzeit – sich und die Kundin schützen.

Kontaktadresse

  • spa business verlag GmbH,
    Im alten Schulhaus, Hauptstraße 44,
    D - 73105 Dürnau
     
  • Tel.: +49(0) 71 64 - 14 71 61
    Fax: +49(0) 71 64 - 14 72 15


Impressum / Datenschutzerklärung / Disclaimber

Template Settings

Color

For each color, the params below will be given default values
Blue Oranges Red

Body

Background Color
Text Color

Header

Background Color

Spotlight3

Background Color

Spotlight4

Background Color

Spotlight5

Background Color

Footer

Select menu
Google Font
Body Font-size
Body Font-family
Direction