Fachbeiträge Know-How

Die Entwicklung von der Kindheit über die Jugend zum Erwachsenen, die Zeit der Pubertät, bringt seelische, geistige und körperliche Umbrüche. Dass die Haut hier genauso verrückt spielen kann wie die Laune der Teenager, zeigt sich an Akne. Doch wo liegen die Auslöser?

Das Erscheinungsbild ist weithin bekannt: Von Akne betroffene Haut weist Komedonen, Pickel, Pusteln und Rötungen auf, Follikel sind zugesetzt mit nicht abfließendem Talg. Oft strapazieren Jugendliche die Haut zusätzlich durch alkoholhaltige Gesichtswässer. Gut ist es dann, wenn die Teenager sich von einer Kosmetikerin ihres Vertrauens beraten lassen.

Akne begünstigende Faktoren
Unter Einfluss von Androgenen, männlichen Sexualhormonen, die auch bei Frauen vorkommen, steigt die Talgdrüsentätigkeit. Dieser Talg fließt bei freien Ausführungsgängen normal ab. Sind die Follikelkanäle jedoch eng oder verschlossen, so bilden sich Komedonen. Werden diese dann noch mit Bakterien besiedelt, kommt es zu Akne. Auch die Ernährung spielt eine Rolle. So wird das Gleichgewicht der Hormone stark vom Blutzuckerspiegel beeinflusst. Steigt dieser, führt das zu einem verstärkten Insulinausstoß und zu einer er- höhten Produktion von Androgenen. Durch Insulin kommt es zu einer gesteigerten Zell- teilung. Es fördert die Freisetzung spezieller Stoffe, die man Wachstumsfaktoren nennt. Diese sind für die übermäßige Vermehrung der Keratinozyten (Zellen der obersten Hornschicht) verantwortlich. Außerdem hemmt Insulin die Stoffe, die die gesteigerte Zellteilung hemmen würden. Insofern ist es sinnvoll, auf ungesunde Lebensmittel zu verzichten.

Ein Teufelskreis
Auch die Pille hat – anders als oft versprochen - nicht ausschließlich einen positiven Einfluss auf die Akne. Mädchen erhalten sie häufig schon im Alter von 13 bis 14 Jahren, einfach nur, um ihnen Pickel und Mitesser zu ersparen. Der Haken ist jedoch, dass sich der Hormonspiegel jetzt nicht ganz allmählich einpendeln kann. Die synthetischen Hormone gaukeln ein hormonelles Gleichgewicht vor, das häufig zu Kopfschmerzen, Zwischen- blutungen, Stimmungsschwankungen und sexueller Unlust führt. Oft wird die Pille dann probeweise abgesetzt – und alle Unpässlichkeiten verschwinden. Doch oft dann kommt die Akne wieder, da der Körper keine Zeit hatte, das eigene hormonelle Gleichgewicht aufzubauen. Wird daraufhin erneut die Pille genommen, kann die Akne wieder verschwin- den und die vorherigen Probleme kommen zurück. Ein Teufelskreis. Baut der Körper hingegen in natürlichem Tempo sein eigenes hormonelles Gleichgewicht auf, wird die Frau beides los – die Akne und die synthetischen Hormone mit all ihren Nebenwirkungen.

Welche Rolle spielt der Lebenswandel?
Die Haut ist unser größtes Entgiftungsor- gan und da bei schlechter Ernährung, Alkohol, zu wenig Bewegung oder mangelndem Sauerstoff und Sonnenlicht vermehrt Giftstoffe anfallen, sind Leber, Nieren und Darm oft überfordert. Der Körper sucht dann nach einer Lösung und leitet die anfallenden Schlackenstoffe über die Notausgänge, die Follikel der Haut, aus. Dies führt zu Entzündungen und Pusteln. Gesunde Lebensmittel und viel Wasser hingegen tragen entscheidend zu einem klaren Teint bei. Doch viele der meist jungen Kunden haben schon eine lange und oft schmerzliche Erfahrung hinter sich. Zuerst gilt es daher, eine möglichst genaue Anamnese zu erstellen: Wie lange besteht die Akne schon? Wie sind die Essgewohnheiten? Wie wurde die Haut bislang behandelt? Bei weiblichen Kundinnen: Ist die Mensis regelmäßig? Wird die Pille ein- genommen? Wird Sport getrieben?

Reinigung und Entgiftung
Es gibt kein allgemeingültiges Konzept zur Akne-Behandlung. Bewährt haben sich jedoch mehrschrittige Vorgehensweisen. Zunächst sollte die Haut gereinigt werden. Nach dem Bedampfen mit einem ätherischen Öl oder warmen Kompressen können die Pusteln vor- sichtig ausgedrückt werden. Idealerweise folgt eine manuelle Lymphdrainage zur Hautentgif- tung. Eine andere bewährte Behandlung: Die vereiterten Pusteln werden mit einem Tropfen Lavendel- oder Manukaöl desinfiziert, vorsichtig ausgedrückt und wieder desinfiziert. Dann massiert die Kosmetikerin eine Mischung aus Mandel- und Borretschsamenöl, einen Tropfen einer Mischung von ätherischem Galbanum-, Immortelle- sowie Zitronenöl bei laufendem Vapozon in die Haut ein. Das Öl weicht die verhärteten Pfropfen in den Follikelöffnungen auf.

Tonisierung und Maske
Nach einer Massage werden die festsitzenden Komedonen und Pusteln entleert. Da die Haut jetzt gut desinfiziert ist, können diese geöffnet und dann mit sanftem Druck der Talg und eventuell Eiter entfernt werden. Nach maximal 20 bis 25 Minuten sollte das Ausreinigen beendet und gegebenenfalls eine zweite Sitzung vereinbart werden. Nun wird die Haut mit einer Reinigungsmilch sanft gereinigt, mit Sandelholz-, Teebaum- oder Lavendelhydrolat tonisiert und einer Mineralerdemaske mit Lavendelhydrolat und 3 Tropfen ätherischem Zitronenöl abgedeckt. Bei sehr trockener Haut kann der Mineralerde noch Black Mud (= Salz und Schlamm aus dem Toten Meer) sowie einige Tropfen Borretschsamenöl zugefügt werden. Eher fette Haut bekommt einen Zusatz von Ha- gebuttenkernöl. Ein »Goodie«, das nichts kostet und viel bewirkt, ist die Kopfmassage. Denn eine gut durchblutete Kopfhaut regt die Nervenendigungen an, der Lymphfluss wird beschleunigt, die Sauerstoffversorgung der Zellen optimiert, das Hautbild verfeinert. Wird die kosmetische Behandlung anfangs etwa alle zehn Tage durchgeführt und die Heimpflege eingehalten, kann die Akne deutlich reduziert werden.

Autorin: Waltraud Kehl ist ausgebildete Drogistin, Betriebswirtin und war nach Weiterbildungen in Aroma- und Naturkosmetik viele Jahre Seminarleiterin in einer Naturkosmetikfirma.

Quelle: kosmetik & pflege Fachmagazin 3/202

Schon im Frühling wecken die ersten Sonnenstrahlen Urlaubsgefühle. Erreichen die Temperaturen dann die 20-Grad-Marke, zieht es alle nach draußen. Schließ- lich fördert die Sonne nachweislich das Wohlbefinden, steigert Durchblutung und Stoffwechsel und regt die Vitamin-D-Synthese an. Doch neben den positiven Eigenschaften birgt die Sonne einige Risiken. Darauf gilt es, kosmetisch zu reagieren.

So sehr wir das Bad in der Sonne und einen gebräunten Teint genießen: Für unsere Haut sind diese Sommerfreuden purer Stress. So bestätigt eine 2008 veröffentlichte Studie aus den USA, dass die Häufigkeit von Sonnenbränden in einem Verhältnis zur Wahrscheinlichkeit einer Hautkrebserkrankung steht. Ferner kommt es durch UV- sowie durch IR-A-Strahlen, aber auch durch das sichtbare Licht, zu oxidativem Stress in der Haut. Dieser führt langfristig zu einer vorzeitigen Haut- alterung. Daraus folgt: Zu den wichtigsten Sommerwirkstoffen gehören Lichtschutzfilter. Dabei sollte der Lichtschutz entsprechend des Hautphototyps und der UV-Belastung gewählt werden. Zudem ist eine ausreichende Menge an UV-Schutzmitteln wichtig. Eine Faustregel lautet: 2mg/cm2 Haut. Nach dem Schwimmen oder bei starkem Schwitzen muss die Creme erneut aufgetragen werden. Doch Vorsicht: Das mehrmalige Auftragen erhöht nicht den Schutzfaktor.

Tagsüber Sonne – abends verwöhnen
Die richtige Sommerpflege besteht aber nicht nur aus einem adäquaten Sonnen- schutz. Auch Schwitzen, häufiges Duschen oder Baden und der Sprung in den gechlor- ten Pool oder in Salzwasser entziehen unser Haut Feuchtigkeit. Daher beginnt die richtige Sommerpflege bereits bei der Reinigung. Wer sich einen schönen Sommertag im Garten, am Strand, See oder im Freibad gönnt, muss seine Haut am Abend verwöhnen. Reste vom Sonnenschutz sowie Schmutzpartikel, Sand, Schweiß oder Chlor müssen gründlich entfernt werden. Dabei sollten die Reini- gungsprodukte auf milden Tensiden, wie Zuckertensiden, basieren, um die Haut nicht zusätzlich zu stressen. Ein anschließendes Peeling entfernt lose Hautschüppchen und bereitet die Haut auf die folgende Pflege opti- mal vor. Indirekt sorgen Peelings im Sommer für eine tolle Bräune, da nur eine ebenmäßige Haut gleichmäßig bräunt und so in einem perfekten Sommerglow schimmern kann.

Gezielte Aftersun-Wirkstoffe...
Da die Haut bereits nach ca. 30 Minuten Aufenthalt in der Sonne auf Hochtouren arbeitet, sollte sie abends mit einer Aftersun- Pflege versorgt werden, die die Regeneration mittels entsprechender Wirkstoffe unter- stützt. Hierzu zählen Ectoin und Photolyase. Ectoin ist ein von bestimmten Bakterien zum Schutz gegen Trockenheit und UV-Strahlung gebildetes Aminosäurederi- vat. Klinische Studien zeigten, dass es den transepidermalen Wasserverlust sowie Hautrötungen mindert. Zudem spendet es Feuchtigkeit und hat eine stabilisierende Wirkung auf die Zellmembranen sowie eine schützende Wirkung auf Proteine gegenüber sommerlichen Stressfaktoren. Photolyase, ein Enzym aus der Blaualge, wirkt nachweislich UVB-induzierten Haut- schäden entgegen. So belegten Studien, dass durch UVB ver- ursachte Veränderungen an der DNA so weit regeneriert werden können, dass die Entstehung einer Sonnenbrandreaktion oder eine Schwächung des epidermalen Immunsystems verhindert bzw. reduziert werden kann.
Antioxidantien, wie Vitamin C und E wirken Sonnenschäden in der Haut entgegen. Sie können die durch UV-Strahlen hervor- gerufene Lipidperoxidation sowie oxidativen Stress reduzieren. Darüber hinaus wirkt Vitamin E stabilisierend auf die Hautbar- riere und schützt so vor lichtbedingter Hautalterung. Sowohl Vitamin C als auch Vitamin E gelten als effektiver Schutz vor Infrarot-A-Strahlung.

...und die entsprechenden Produkte
Masken sind im Sommer ein wahres »Must-have«. Gerade bei heißen Temperaturen wirken Gelmasken kühlend, spenden Feuchtigkeit und sind für jeden Hautzustand geeignet. Gefragte Wirkstoffe sind Hyaluronsäure oder Glycerin. Sie gelten in einer Konzentration von 5 bis 10 Prozent mit als effektivste Feucht- haltefaktoren. Eine Extraportion Pflege schenken sogenannte Sleeping-Masks. Aufgetragen über Nacht, müssen sie nicht wie- der abgewaschen werden. Spannt die Haut dennoch, empfehlen sich einwöchige Ampullenkuren mit feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen. Bei der täglichen Creme sollten Sonnenliebhaber auf eine O/W-Emulsion oder ein Cremegel zurückgreifen. Als populärster Sommerwirkstoff gilt Aloe Vera. Neben seiner feuchtigkeitsspendenden Wirkung hat es beruhigende, juck- reizlindernde und kühlende Eigenschaften. Daher ist es gerade für empfindliche oder (Sonnen-) strapazierte Haut sehr gut geeignet. Auch das B-Vitamin Panthenol ist im Sommer sehr gefragt. Es penetriert leicht in das Stratum corneum und versorgt so die Haut mit Feuchtigkeit. Zudem stärkt es nachweislich die Hautbarriere, mindert Juckreiz, wirkt entzündungshemmend und lindert Hautrötungen. Darüber hinaus trägt es zur Neu- bildung der Zellen bei und fördert so die Regeneration der Haut.

Auch von innen pflegen
Neben den beschriebenen Maßnahmen sollte die Haut auch von innen gepflegt werden. Im Sommer bedeutet dies vor allem, viel Wasser zu trinken, denn viel Flüssigkeit unterstützt die natürliche Regeneration der Haut. Darüber hinaus sollten Antioxidantien, wie Vitamin C ausreichend über die Nahrung aufgenommen werden. Dabei muss nicht gleich in die Zitrone gebissen werden. Auch Tomaten oder Paprika, gerade aus regio- nalen Anbaugebieten, liefern einen hohen Anteil an Vitamin C. Aber auch sogenannte Nutraceuticals können die Sommer- haut von innen stärken. So unterstützen beispielsweise orale Kollagen-Peptide nachweislich die dermalen Strukturen und wirken einem umweltinduzierten Kollagenabbau entgegen.

Autorin: Dr. phil. Meike Streker, Kosmetikwissenschaftlerin, ist seit fast 10 Jahren Dozentin im Fachbereich Kosmetikwissenschaft der Universität Hamburg und berät seit 2013 die Kosmetik- und Pharmaindustrie im wissenschaftlichen Bereich.

Quelle: kosmetik & pflege Fachmagazin 3/2020

 

Es ist nach wie vor umstritten, Mischhaut als eigenständigen Hautsekretionstyp zu bezeichnen, denn jedes Gesicht hat leistungsstärkere und leistungsschwächere Talgdrüsen. Demnach scheint jede Haut eine Art »Mischhaut« zu sein. Was also zeichnet diesen Hauttyp tatsächlich aus?

In der Kosmetik spricht man von Mischhaut, wenn gleichzeitig die ausgeprägte seborrhöische T-Zone mit starker Talg- und Schweißsekretion und sebostatische Bereiche, zum Beispiel an den Wangen, vorliegen, die durch mangelnde Talg- und Schweißproduktion, verringerte Elastizität, Rötungen und ein Spannungsgefühl gekennzeichnet sind. So ergeben sich unterschiedliche Pflegebedürfnisse für die verschiedenen Hautbereiche im Gesicht. Damit ist der Kunde häufig überfordert und es bedarf einer qualifizierten kosmetischen Beratung und Pflege. Aus Sorge den Fettglanz der Gesichtsmitte zu fördern, wird die regelmäßige Hautpflege häufig vernachlässigt oder falsche Produkte mit unpassenden Inhaltsstoffen verwendet. Vorzeitige, altersunabhängige Austrocknungsfältchen an der Seitenpartie sowie um die Augen (»Sonnenstrahlen«) und die weiterhin glänzende T-Zone können die Folge sein. Hier ist die Kosmetikerin gefordert und sollte den Kunden mit einer Mischhaut differenziert beraten. Dazu sind möglicher- weise verschiedene Produkte in bestimmten Gesichtspartien nötig, die mit ihren jeweiligen Inhaltsstoffen an den verschiedenen Hautbereichen wirken.

Wichtig: eine exakte Hautanalyse
Die Behandlung wird auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Haut abgestimmt und kann durchaus von den festgelegten Behandlungsabläufen des Angebots eines Instituts abweichen. Die Kosmetikerin reagiert nach einer gründlichen Hautbeurteilung flexibel und erstellt einen individuellen Behandlungs- plan für den Kunden. Bei der Reinigung der Mischhaut kann durchaus einheitlich ein mildes Reinigungsprodukt (Ö/W-RM) ver- wendet werden, das zum Beispiel in der T- Zone mit stärkerer Intensität eingearbeitet wird. Das Gleiche gilt für die Anwendung eines Peelings, sei es bei einem milden me- chanischen Peeling oder Enzympeeling. Das Tonic sollte für die T-Zone alkoholhaltig sein und für die Wangenpartie eher alkoholfrei.Bei der Pflege empfiehlt sich eine talgredu- zierende, ölfreie Ampulle und ein Gel-Fluid für die T-Zone, eine ölhaltige Ampulle und feuchtigkeitsspendende, reichhaltigere Pflege für die Seitenpartie des Gesichts. Für den Bereich der T-Zone kommt beispielsweise eine Heilerdepackung, die entfettend, ad- stringierend und zum Teil auch hornlösend wirkt, zum Einsatz. Die Seitenpartie erfordert eher eine Cremepackung, die spannungsmil- dernd und revitalisierend ist. Eine durchlässige Feuchtigkeits-Vliesmaske, zum Beispiel mit Kollagen, kann für das gesamte Gesicht ver- wendet werden.

Zu den geeigneten Wirkstoffen für Produkte der T-Zone gehören u. a. Harnstoff/Urea, Zink, Hyaluronsäure und Elastin. Typische Wirkstoffe für Produkte der bedürftigeren Wangenpartie sind beispielsweise pflanzliche Öle und Fette wie Nachtkerzen- oder Arganöl, Kollagen, fettlösliche Vitamine wie Vitamin A (Retinol) und Vitamin E (Tocopherol), aber auch Hyaluronsäure. Vorsicht ist bei Frucht- säurebehandlungen geboten, weil die Seiten- partie des Gesichts zu stark gereizt werden könnte. Wenn, dann sind Fruchtsäuren nur in einer milden Konzentration in der T-Zone anzuwenden.

Unterstützung bei der Heimpflege
Von vielen Kosmetikfirmen werden Spezialserien für die Mischhaut angeboten, aber diese Produkte sind jeweils für die anderen Hautpartien (T-Zone und Wangenbereich) nur eine Kompromisslösung in der Alltags- pflege. So kann ein fettfreies Hydrogel ruhig auf dem gesamten Gesicht verteilt werden, aber zusätzlich sollte auf der Wangenpartie eine Tagescreme und abends eine beruhigende leichte Nachtcreme verwendet werden. Bei den Cremes sind Ö/W-Emulsionstypen zu bevorzugen. Zusätzlich lohnt es sich, die Spezialpflege mit einer regenerierenden Augencreme und feuchtigkeitsspendenden Augenpads zu ergänzen. Das kurzfristige Ziel der Systempflege liegt auf der Beruhigung der übermäßigen Talgproduktion der T-Zone sowie der gereizten, geröteten und trockenen Seitenpartie des Gesichts. Ein langfristiges Idealziel bei der Pflege der Mischhaut, wäre eine gewisse Regulierung der verschiedenen Hautbereiche in Richtung einer ausgeglichenen normalen Haut. Der individuell zu- sammengestellte Behandlungsplan und die Empfehlung sowie Anwendungstipps für die richtigen Heimpflegeprodukte gehören zu den Aufgaben der Kosmetikerin und bedingen eine langfristige Kundenbindung.

Autorin: Annegret Baisch ist Ansprechpartnerin für die Duale Ausbildung von Kosmetikerinnen in der Hoppenlau Schule in Stuttgart.

Quellle: kosmetik & pflege Fachmagazin 3/2020

Professionelle Zuckerpasten sollen eine schmerzreduzierte, natürliche, langanhaltende und schonende sowie hautpflegende Haarentfernung bieten. Darüber hinaus gilt die Behandlung als hypoallergen, weshalb sich so mancher Kunde bewusst dafür entscheidet.

Ein Vorteil des »Zuckerns« (Sugaring) liegt darin, dass die meisten professionellen, leicht viskösen Zuckerpasten überhaupt nicht aufgeheizt werden müssen bzw. unterhalb von 28 °C voll einsatzfähig sind. Dies ist bei üblichen braunen Industrie-Zuckerpasten in der Regel nicht der Fall. So erlebt die Kundin beim Sugaring eine sehr angenehme Paste auf der Haut, die entweder Zimmertemperatur hat oder leicht angewärmt wurde. Bei Behandlungen mit Heißwachs- und einigen Zuckerwachsprodukten wird dagegen mit sehr hohen Temperaturen gearbeitet, was oft zu Hitzestaus und Stress für die Haut führt. Nach der Enthaarung werden eventuelle Zuckerreste einfach mit klarem Wasser sanft und restlos entfernt. Auch der Arbeitsplatz, Kleidung und Handtücher können ganz unkompliziert mit Hilfe von Wasser gereinigt werden.

Durch die Kombination von schonender Reinigung der Haut und der wurzeltiefen Enthaarung, durch die Haarfollikel freigelegt werden, lassen sich ideale Voraussetzungen schaffen, um direkt nach der Enthaarung proteolytische Enzyme zur dauerhaften Haar- wuchsreduktion aufzutragen. Damit werden die langfristigen Ergebnisse (weniger, dünnere, hellere und langsamer wachsende Haare) noch zusätzlich verbessert.

Haarfrei zu sein ist seit einigen Jahren ein Muss. Nicht nur an Achseln und Beinen, sondern auch im Gesicht und Intimbereich möchten Kundinnen möglichst sanft von unerwünschten Härchen befreit werden. Übrigens: Auch Männer haben die Haarentfernung mit Wachs für sich entdeckt.

Profi-Waxing bedeutet über drei Wochen Ruhe vor lästigen Härchen. Jedoch ist die Dauer der haarfreien Zeit lediglich einer der Erfolgsfaktoren dieser Methode. Das Hautgefühl ist nach dem Waxing ein gänzlich anderes und genau diese samtig-glatte Haut wird zum absoluten Suchtfaktor. Moderne Wachse der neuesten Generation sind äußerst sanft zur Haut. Die Kosmetikerin kann mit ihnen deutlich schneller und effektiver arbeiten. Mit einer niedrigen Arbeitstemperatur von knapp über 40 °C sind diese Wachse sehr angenehm auf der Haut. Gleichzeitig lassen sie sich mit einem speziellen Vorbehandlungsöl kombinieren, was zum Schutz der Haut beiträgt. Mit dem richtigen Kurs kann man die Arbeit mit diesen innovativen Wachsen an nur einem Tag erlernen.

Auf die Technik kommt es an!
Für optimale Ergebnisse wird je nach Körperregion Warmwachs (Strip Wax) oder Hartwachs der neuesten Generation eingesetzt. Letzteres verwendet man an kleinen und sensiblen Arealen wie Gesicht, Achseln und Intimbereich. Es wird mit einem Holzspatel aufgetragen, kurz angetrocknet und dann mit der Hand ohne Vliesstreifen abgenommen. In Kombination mit der richtig angewandten 1-mm-Grundtechnik werden so auch sehr festsitzende, borstige Haare problemlos entfernt. Das Wachs formt man dabei gleichmäßig zu einem ovalen »Patch« mit einem etwas dickeren Rand. Dadurch kann es einfach und ohne Rückstände abgezogen werden. Diese Art des Waxings wird von Kunden als besonders sanft und gründlich empfunden.

Zusatzleistung als Extra
Zur Einführung der neuen Dienstleistung reicht meist ein Kennenlernangebot, zum Beispiel: Alle Kunden, die eine Maniküre buchen, bekommen im Aktionszeitraum ein Waxing der Unterarme gratis dazu. Oder: Bei jeder Gesichtsbehandlung ist die Achselhaarentfernung kostenlos inkludiert. Diese Formen der Werbung sind äußerst effektiv. Sie haben einen hohen Wiederbuchungsfaktor und kosten kaum Geld oder Zeit. Zum Bewerben eignen sich außerdem Vorher-Nachher-Fotos. Nichts spricht Kunden so sehr an wie reale Bilder. Mann kann hierfür Stammkunden fragen. Viele sind mit Fotos einverstanden. Zusammen mit einem passendenText können diese Bilder dann auf Social Media Kanälen sowie der Instituts-Website präsentiert werden und schon kommt das Waxing-Geschäft in Fahrt.

Autorin: Aylin Kizilkaya, selbstständige Kosmetikmeisterin und Expertin für Haarentfernung, leitet seit 2015 das Schulungsbüro von PINK Cosmetics und trainiert u. a. die 1-mm-Waxing-Technik.

Quelle: kosmetik & pflege Fachmagazin 3/2020

 

 

Kontaktadresse

  • spa business verlag GmbH,
    Im alten Schulhaus, Hauptstraße 44,
    D - 73105 Dürnau
     
  • Tel.: +49(0) 71 64 - 14 71 61
    Fax: +49(0) 71 64 - 14 72 15


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