Fachbeiträge Know-How


Bei Gesichtsbehandlungen spielen Masken wie Packungen eine wichtige Rolle. Richtig eingesetzt liefern sie sichtbare Resultate und das kommt nicht nur den Kunden zugute, sondern auch dem Institut. 

Masken verändern nach dem Auftragen häufig ihren Zustand. Sie können aushärten oder zunächst fest sein und dann warm oder durch Befeuchtung der Haut gelartig werden. Außerdem sind Masken okklusiv (schließen die Haut gegenüber der Luft ab) und haben häufig auch deswegen innerhalb einer Gesichtsbehandlung eine große Bedeutung. Modellagen nehmen unter den Masken eine besondere Stellung ein. Sie enthalten als Basis oftmals Kaolin, Gips, Bentonit oder wärmefördernde Kristalle, wodurch eine Temperatur bis 45° C entsteht. Die Poren erweitern sich, die Haut wird durchblutet und die vorher aufgebrachten Wirkstoffe können tiefer eindringen. Modellagen werden gerne für Anti-Aging-Behandlungen verwendet. Bei ausgeprägter Couperose sollte man besser darauf verzichten. 

 

Von warm bis härtend 

 

Paraffinmasken aus Mineralwachs (Hartparaffine) stellen eine weitere Variante der erwärmenden Masken dar. Sie werden als festes Produkt geliefert und vor der Behandlung in einem speziellen Behälter geschmolzen. Der Schmelzpunkt liegt zwischen 50° C und 62° C, weshalb man bei der Verwendung besonders vorsichtig sein sollte. Im Gesicht wird erst ein Wirkstoff (z. B. Ampulle/Serum) aufgetragen, darüber kommt eine Vliesgrundlage und erst dann streicht man mit einem Pinsel das warme Paraffin auf. Auch hier wird durch den okkludierenden Effekt ein Temperaturanstieg auf der Haut und somit ein tieferes Eindringen des vorher aufgetragenen Wirkstoffes gewünscht. Feste Masken hingegen gibt es in der Regel als Pulver. Kurz vor dem Gebrauch werden sie mit Wasser oder einem wässrigen Wirkstoff angerührt. So entsteht ein pastöser Brei, der möglichst zügig aufgetragen werden muss. Aufgrund der Wärme der Haut verdunstet der flüssige Teil und die Maske härtet aus. Dadurch wirkt das Produkt absorbierend und austrocknend. Diese Form wird häufig mit Milchton, Mandelkleie, Hafermehl oder Mineralien angeboten und eignet sich für irritierte Haut sowie zur Beruhigung nach intensivem Ausreinigen (z. B. bei Akne).

Von Film bis Vlies Filmmasken bestehen meistens aus streichfähigen hydrophilen Gelen (Cellulosederivate) und werden entweder schon fertig geliefert oder aber ebenfalls vor der Behandlung angerührt. Nach der Einwirkzeit ist das Produkt fest und kann abgerubbelt oder abgezogen werden. So lösen sich Verhornungen, weshalb diese Form gerne als Reinigungsmaske angeboten wird. Mit dem Zusatz von Aloe oder Algen hat sie zudem einen kühlenden und häufig beruhigenden Effekt, somit ist sie ideal um Hauttypen wie etwa Couperose oder gereizte Haut während bzw. am Ende einer Behandlung zu beruhigen. 

Vliesmasken sind als fertige Produkte erhältlich. Die Basis bilden oft kollagene Fasern oder auch Algenderivate, die durch Gefriertrocknung zu einem Vlies gepresst werden. Viele Firmen bieten diese Matrix fertig zugeschnitten an. Sie können mit weiteren Wirkstoffen angereichert werden (z. B. Vitamine, NMF usw.). Das Vlies wird auf das Gesicht aufgelegt, dann mit einem getränkten Schwämmchen angefeuchtet. Durch die Zufuhr von Wasser bildet sich eine gelartige Maske, die einen kühlenden und hydratisierenden Effekt hat. Um die Zeit während des Aushärtens bzw. Einwirkens einer Maske gewinnbringend zu nutzen, kann man Zusatzbehandlungen anbieten. So ist ein schönes Handtreatment mit Massage und Peeling eine hervorragende Ergänzung. Das bringt dem Kunden einen weiteren Behandlungserfolg und dem Institut zusätzliche Einnahmen. Am besten gleich als Paket anbieten oder schon bei der Buchung auf diesen besonderen Service hinweisen. 

 

Von weich bis kühlend

 

Packungen hingegen sind weich, eher kühl auf der Haut und durchlässig für Wärme, Feuchtigkeit sowie Gase. Sie setzen die Hautfunktionen herab und wirken mildernd auf Rötungen, weshalb sie bei Behandlungen gerne als Abschluss zur Beruhigung aufgetragen werden. Grundlage sind häufig Breipackungen, deren Wirkung mittels Heilerde, Meeresschlick, Moor, Kieselgel und Kräuterextrakten eher beruhigend ist. Packungen können neben entzündungshemmenden, auch feuchtigkeitsbindende, erfrischende und mit anregenden Stoffen auch leicht durchblutende Wirkungen erzielen. In den meisten Fällen handelt es sich um fertige Produkte, die für die Kabine in größeren und für die Kosmetikerin preiswerteren Gebinden angeboten werden. Eine weitere Form der Packungen sind Cremepackungen, die es sowohl als W/Ö- als auch Ö/W-Emulsionen gibt. Sie wirken zunächst wie eine reichhaltigere Creme, haben aber durch ihre Zusammensetzungen eine sehr gute Absorbtionskraft. Die Hornschicht wird hydratisiert, geglättet und die Haut wirkt zarter. Deshalb eignen sich diese Produkte auch gut für Kurzbehandlungen (Reinigung, Peeling, Ampulle, Packung), die einen schnellen Erholungseffekt bringen sollen. Im normalen Behandlungsablauf wird die Packung entweder vor der Massage (Gelpackungen, ansonsten zu fettig) oder als Abschluss mit dem Pinsel aufgetragen. Dann wird sie nach der Einwirkzeit mit feucht-warmen Kompressen oder der Überschuss gar nur mit einem Tissue entfernt. Masken und Packungen können äußerst individuell eingesetzt werden und versorgen die Kundin immer mit einem Pflegeplus.

 

Autorin Silke Kaja, Drogistin und Kosmetikerin, ist seit über 30 Jahren in der Kosmetikbranche tätig. Ihre Spezialgebiete sind die Kosmetikerinnen-Ausbildung und pharmazeutisch-medizinische Themen. 

In Asien zählt die BB Creme längst zu den absoluten Must-haves und in Europa ist sie weiterhin auf dem Vormarsch. Grund genug diesen Beauty-Allrounder einmal genauer vorzustellen.

Das Original, der „Blemish Balm“, ist 1967 von Christine Schrammek entwickelt worden. Im Laufe der Jahre wurde die Rezeptur von ihrer Tochter, der Dermatologin Dr. med. Christine Schrammek-Drusio, an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst. Der weltweite Trend hat somit seine Wurzeln in Essen, dem Stammsitz des Unternehmens. 1985 folgte Dr. med. Christine Schrammek-Drusio der Einladung einer Vertretung in Korea und stellte dort das Produkt vor. Auf ihrer Reise durch Asien besuchte sie auch Japan, wo der „Blemish Balm“ seit etwa 20 Jahren erfolgreich verkauft wird. Er wurde nicht speziell für Asien gemacht und dennoch ist die Nachfrage hier besonders hoch. Seit den 1990er Jahren gibt es diesen Balm auf dem asiatischen Markt, auch als BB Creme bezeichnet und seit dem Jahr 2000 von zahlreichen Prominenten in Südkorea genutzt, wodurch ein regelrechter Hype um das Schönheitsprodukt entstand.

 

Der original „Blemish Balm“ ist keine BB Creme. 


Leicht, getönt und einfach in der Handhabung


Wichtig zu wissen ist, dass das Original keine BB Creme ist. Diese Abkürzung wurde in Asien eingeführt, denn eine BB Creme unterscheidet sich in Funktion und Textur stark von dem Produkt aus dem Hause Dr. med. Christine Schrammek Kosmetik. Letzteres ist ein Spezialprodukt zum Abdecken von Hautunreinheiten, dessen Wirkstoffcocktail entzündungshemmend, regenerierend und beruhigend wirkt. Bei den BB Cremes handelt es sich um getönte Fluids, in die je nach Hersteller unterschiedliche Wirkstoffe verarbeitet werden. Was wiederum dazu führt, dass jede BB Creme andere Eigenschaften aufweist. Im Wesentlichen tönen und spenden sie Feuchtigkeit. Vielfach schützen sie aufgrund eines Lichtschutzfaktors auch vor der Sonne. Der Hersteller legt fest, wofür seine BB Creme angewendet werden soll – für trockene, reife, sensible oder unreine Haut. Zur Regulierung von Unreinheiten eignen sich beispielsweise die Wirkstoffe Seboclear sowie Süßholzwurzelextrakt, für eine eher trockene Haut kann Panthenol und schwarzer Hafer integriert werden, um das Wasserbindevermögen der Haut zu stärken. Der Unterschied zu einem pflegenden Make-up liegt in der Konsistenz. Die ist bei BB Cremes sehr viel leichter und hat damit im Vergleich zu einem klassischen Make-up eine wesentlich geringere Deckkraft. 


Für jeden Hauttyp die passende BB Creme

 

BB Cremes sind Convenience-Produkte, denn sie vereinen mehrere Wirkungen in einem Produkt und sind somit vor allem äußerst praktisch, wenn es morgens im Badezimmer schnell gehen soll. Bei gezielten Hautproblemen bzw. einem explizitem Wunsch der Hautverbesserung sind spezifische Produkte in ihrer Wirkung besser. Diese vereinen ausschließlich Inhaltsstoffe, die dem Hautproblem wie beispielsweise unreiner oder sensibler Haut entgegenwirken. Sicherlich ist eine Kombination von einer BB Creme am Morgen und einer gezielten Pflege, durch eine dem Hauttyp entsprechenden Pflegecreme am Abend, eine gute Lösung. Es lohnt sich, sich auf dem Markt umzusehen und die BB Creme passend zum Hauttyp auszuwählen. Gerade bei einem Hautproblem wie fettiger oder sensibler Haut sollten Kundinnen besonders auf die Inhaltsstoffe achten, damit sich die BB Creme nicht „kontraproduktiv“ auswirkt. Verschiedene Hersteller haben daher in ihrer BB Creme für unreine Haut speziell die Wirkstoffe auf die Bedürfnisse dieses Hauttyps abgestimmt. Denn eine solche Haut kann zum Beispiel auf stark fetthaltige Grundlagen reagieren, sodass sich das Hautproblem verstärkt.

Problemlöser für die Heimpflege


Das Original wurde entwickelt, um die Haut nach einer entsprechenden Behandlung zu beruhigen und um dadurch entstandene Rötungen abzudecken. 50 Jahre später ist es noch immer ein wesentlicher Bestandteil und spielt beim Einsatz im Institut eine bedeutende Rolle. Die Wirkstoffzusammensetzung ist entzündungshemmend und sorgt dafür, dass der Stress der Haut reduziert wird. Der „Blemish Balm“ ist optimal in jede Behandlung einer unreinen Haut zu integrieren: als Abschlusspflege bzw. punktuelle Abdeckung unter der Abschlusspflege. BB Cremes hingegen sind als kleines Make-up am Ende eines Treatments zu empfehlen. Diese Fluids gibt es nicht nur für unterschiedliche Hauttypen sondern auch in verschiedenen Farbnuancen, sodass für jede Kundin das passende Produkt dabei sein sollte. Sie lassen sich deswegen gut für die Anwendung zu Hause verkaufen.
Mittlerweile geht die Entwicklung solcher Convenience-Produkte weiter und es gibt inzwischen auch noch CC Cremes, DD Cremes und EE Cremes. „CC“ steht für „Complexion Correction“, „DD“ für „Disguise & Diminish“ und die Abkürzung „EE“ für „Enlighten“. Alle drei Produkte sind sogenannte Alleskönner und sollen die vielen Tuben und Tiegel im Badezimmer überflüssig machen. Der Unterschied zu den BB Cremes liegt stets in der Textur. Der Unterschied zum Original dagegen ist um einiges größer. Dieses ist ein Allround-Talent mit dem Plus des Problemlösers und kann als Make-up oder punktuell eingesetzt werden. Mit der richtigen Produktwahl sehen Kundinnen einfach besser, frischer und gepflegter aus.

Autorin Dr. med. Christine Schrammek-Drusio ist Dermatologin, Allergologin und Anti-Aging Expertin. Sie hat das Original weiterentwickelt und den heutigen Bedürfnissen angepasst.

 

Kontaktadresse

  • spa business verlag GmbH,
    Im alten Schulhaus, Hauptstraße 44,
    D - 73105 Dürnau
     
  • Tel.: +49(0) 71 64 - 14 71 61
    Fax: +49(0) 71 64 - 14 72 15


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