Fachbeiträge Know-How

Die Aloe Barbadensis Miller, eine Lilienart, ist seit über 6000 Jahren als Heilpflanze bekannt und geschätzt. Was ist drin und dran an diesem Heilmittel aus der Natur, dem auch heute noch so viele Fähigkeiten zugeschrieben werden?

Es existieren Aufzeichnungen aus dem 4. Jahrtausend vor Christus, in denen die Ägypter die Verwendung der Aloe beschreiben. Sie nannten sie die „Pflanze der Unsterblichkeit“ und das „Blut der Götter“. Auch die Griechen schätzten sie als Heilpflanze. Über die Jahrhunderte wurde die Aloe Vera zu verschiedensten kosmetischen und medizinischen Zwecken verwendet, und ihre zahlreichen Wirkungen waren legendär. So wurde die Aloe Vera von der heiligen Hildegard von Bingen eingesetzt, um Entzündungen entgegenzuwirken oder von Paracelsus und Lonicerus als Mittel zur Reinigung von Magen, Leber und Milz geschätzt. Die Einnahme von Aloe Vera Saft als stuhlregulierendes oder darmberuhigendes Medikament war weit verbreitet. Aber auch die äußere Anwendung der Heilpflanze erfreute sich großer Beliebtheit.


Eine außergewöhnliche Wirkstoffkombination
Heute zählt Mexiko zu den größten Anbaugebieten. Die Maya setzen die Aloe Vera noch immer mit einer Schamanin gleich und sind überzeugt, dass die heilenden Eigenschaften auch auf die Seele der Pflanze zurückzuführen sind. Wissenschaftler konnten in den Aloe Vera Blättern inzwischen mehr als 200 Inhaltsstoffe nachweisen. Dabei ist zu bedenken, dass die Wirkkraft nicht einfach auf die einzelnen Inhaltsstoffe, sondern vielmehr auf die außergewöhnliche Wirkstoffkombination zurückzuführen ist. Es ist das Zusammenspiel zwischen Mono- und Polysacchariden (Einfach- und Mehrfachzucker), essentiellen Aminosäuren, Mineralien, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen usw., die entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, antioxidativ wirken und Heilungsprozesse unterstützen. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Aloe Vera in ihrer natürlichen Komposition physiologisch den meisten Nutzen bringt.


Umso besser die Qualität, desto intensiver die Wirkung

Ein messbares Qualitätskriterium ihrer Wirksamkeit ist der Gehalt an Aloverose. Das Molekül ist nur im Gel der Aloe Barbadensis Miller enthalten. Je höher der Aloverose-Gehalt, desto höher ist der Anteil an leistungsfähigen Vitalstoffen und umso intensiver ist die Wirkung auf die Haut. Das wurde in vergleichenden Studien festgestellt. Das Ziel in Anbau und Verarbeitung ist daher ein möglichst hoher Gehalt der Aloverose im Aloe Vera Saft. Santaverde zum Beispiel garantiert einen Mindestgehalt an Aloverose von 1.200 mg pro Liter. Durch den biologischen Anbau wird der Pflanze ihre natürliche Wachstumszeit gewährt. So kann sie alle wertvollen Wirkstoffe über Jahre hinweg anreichern. Ein schnelleres Wachstum durch synthetische Dünger regt die Pflanze an, schnell große Wassermengen aufzunehmen. Damit ist der Ertrag zwar größer, aber das Verhältnis der Wirkstoffe zum Wassergehalt nimmt ab. In Testreihen wurde festgestellt, dass die Aloe Vera aus Andalusien einen hohen Aloverose-Gehalt aufweist. Durch die jahreszeitlich bedingten Temperaturdifferenzen von Sommer und Winter sind die Pflanzen einem positiven Stressreiz ausgesetzt. So werden sie angeregt, mehr lebenswichtige Inhaltsstoffe zu speichern. Das Aloe Vera Gel im Inneren der hartschaligen Blätter ist der Wirkstoffspeicher der Pflanze. Um die Wirkstoffvielfalt zu erhalten, sollte das wertvolle Gel per Hand aus der Blattschale gelöst werden. Diese Methode ist zwar aufwändig, erhält jedoch alle Wirkstoffe. So kann vermieden werden, dass Bestandteile der Blattschale in nachträglichen Verarbeitungsprozessen herausgefiltert werden müssen und dabei möglicherweise wichtige Wirkstoffe verloren gehen.

Kosmetikrezepturen

Reiner Saft aus dem Blattinneren, dem Aloe Vera Gel, unterstützt den natürlichen Prozess der Regeneration und stellt für junge Hautzellen ein großes Nährstoffreservoir dar. Normalerweise nimmt Wasser bei Cremes und Lotionen den größten Anteil ein. Wird dieser Wasseranteil durch reinen Aloe Vera Direktsaft ersetzt und bildet so den Hauptbestandteil von Kosmetikprodukten, kann die Aloe Vera ihre volle Wirkung auf der Haut entfalten. Wenn der Inhaltsstoff Aloe Vera jedoch lediglich in geringen Konzentrationen eingesetzt wird, meist auch aus hochverarbeiteten Konzentraten hergestellt, kann die Pflanze ihre Leistung nicht erbringen. Das wichtigste Erkennungsmerkmal anhand einer Aloe Vera Kosmetikverpackung ist, dass nur bei Verwendung des reinen Aloe Vera Saftes in ausreichender Menge „Aloe Barbadensis Leaf Juice“ an erster Stelle der INCI stehen darf. Wenn es sich um ein Konzentrat handelt, steht dort „Wasser/Aqua“ ganz oben und erst viel später findet man „Aloe Vera Powder“ oder „Aloe Barbadensis Leaf Juice Powder“. Je weiter hinten der Inhaltsstoff Aloe aufgeführt ist, umso weniger ist er enthalten. Zudem ist ein weiteres Qualitätsmerkmal der biologische Anbau, der bei den Herstellern, die biologisch anbauen, meist durch ein Sternchen und den Hinweis „aus kontrolliert biologischen Anbau“ gekennzeichnet ist. Das alles gilt natürlich nur, wenn der Hersteller so deklariert wie es die Kosmetikverordnung verlangt.

Autorin:
Sabine Beer gründete 1987 die Santaverde GmbH mit Sitz in Hamburg und Estepona, Spanien. Die Basis des Unternehmens ist der kontrolliert biologische Anbau und die direkte Verarbeitung der Aloe Vera Pflanzen.

 

Die Kosmetikerin beschäftigt sich mit der Behandlung der Haut – und steht damit ganz im Dienst der Gesundheit des Menschen. Gleichzeitig vertrauen sich die Kundinnen und Kunden der Kosmetikerin an und offenbaren sich ihr – auch samt körperlicher „Baustellen“. Zwei der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche, vertrauensvolle Kosmetikbehandlung sind daher Sauberkeit und Hygiene.

Der Gesetzgeber hat dazu eine Hygieneverordnung aus dem Infektionsschutzgesetz erlassen. Diese Verordnung ist für alle, die in der Schönheitspflege tätig sind, wie beispielsweise Kosmetiker/innen, Fußpfleger/innen, Friseure/innen bindend. Denn sie alle verwenden bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit Instrumente, die – unbeabsichtigt – Verletzungen verursachen und dabei blutübertragbare Krankheiten und Keime verbreiten könnten.

 

Säubern der Räumlichkeiten

Zur Hygiene in der kosmetischen Behandlung gehört vor allem die peinliche Sauberkeit am Arbeitsplatz. Zur Reinigung der Behandlungsliegen und Schränke in der Kabine genügt ein Allzweckreiniger. Es sei denn, diese Einrichtungsgegenstände sind unmittelbar mit Blut, Schweiß oder anderen Körperflüssigkeiten in Berührung gekommen. Ist dies der Fall, muss ein Reinigungsprodukt mit einem Alkoholgehalt zwischen mindestens 70 und 85 % angewendet werden. Die dafür zugelassenen Mittel sind in der Hygieneverordnung jedes Bundeslandes nachzulesen und werden von zahlreichen Herstellern in Anlehnung an die gesetzlichen Vorgaben produziert. Alle weiteren Einrichtungsgegenstände sind täglich mit einem feuchten Tuch zu säubern. Auch der Fußboden muss täglich feucht gewischt werden. Abfall ist regelmäßig aus den Behandlungsräumen zu entfernen. Die Toiletten müssen mit Einmal-Handtüchern und Seifenspendern ausgestattet sein. Im Alltag reichen handelsübliche Putzmittel für die Reinigung aus.

 

Weiß – das Sinnbild für Sauberkeit

Auch bei der Arbeitsbekleidung gibt es für Kosmetikerinnen einiges zu beachten. Grundsätzlich schafft im kosmetischen Bereich eine weiße Berufskleidung Vertrauen und genügt im vollen Umfang den hygienischen Standards. Zudem ist in punkto Bekleidung Weiß die hitzebeständigste aller Farben. Denn um Keime sicher abzutöten, ist es ratsam, die Berufskleidung bei hoher Temperatur (mindestens 60 Grad) zu waschen. Die Berufskleidung sollte darüber hinaus täglich gewechselt werden – bei aufgetretenen Verschmutzungen selbstverständlich sofort.

Vor Beginn ihrer Tätigkeit am Kunden muss die Kosmetikerin ihre Hände gründlich mit einer Flüssigseife waschen und mit einem Einmal-Handtuch abtrocknen. Langes Haar muss zusammengebunden werden. Während der Arbeit ist Schmuck, wie etwa Ringe, Armreifen oder Armbanduhren aus Gründen der Verletzungsgefahr abzulegen.

Bei allen kosmetischen Eingriffen, bei denen Kontakt mit Blut, Serum, ansteckenden oder verdächtigen Hauterscheinungen (z.B. Mykose) vorhersehbar ist, müssen allergenarme Einweghandschuhe getragen werden. Diese brauchen nicht steril zu sein, müssen jedoch vor Beginn des Eingriffs frisch aus einer Originalverpackung entnommen werden. Nach dem Eingriff sind die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Ebenso empfiehlt sich zum Auftragen von Lippenstift bei Herpes Spatel und Wattestäbchen. Make up und Puder bei Akne mit Quaste und Wattepad. Alle Arbeitsutensilien sind anschließend ordnungsgemäß zu entsorgen.

Bei Verletzungen oder Hauterkrankungen des Personals an den Händen sind bei jedem Kundenkontakt Einweghandschuhe zu tragen. Handwerksmaterial bzw. Besteck muss immer mit 70 – 85 % Alkohol nach dem Reinigen bzw. Desinfizieren und vor dem Gebrauch besprüht werden.

 

Länderspezifische Hygieneverordnungen

In Deutschland hat jedes Bundesland jeweils eigene Hygieneverordnungen herausgegeben, deren Einhaltung durch die zuständigen Gesundheits- bzw. Ordnungsämter überwacht werden. Verstöße können mit empfindlichen Geldstrafen bis hin zur Geschäftsschließung geahndet werden. Die einzelnen Vorschriften in den Hygieneverordnungen sind fast in allen Bundesländern einheitlich geregelt:

1. Wunddesinfektion

2. Händedesinfektion

3. Hautdesinfektion

3 a. Entsorgung von blutkontaminierten Gegenständen

4. Desinfektion der Instrumente

5. Desinfektion der Wäsche

6. zugelassene Desinfektionsmittel

 

Auch die Begrifflichkeiten sind näher definiert: „Desinfektion“ heißt, krankmachende Keime auf Haut bzw. Wunden sowie auf Geräten oder Flächen mit geeigneten Mitteln und Verfahren unschädlich zu machen.

Sterilisation“ nach dem DAB (Deutsches Arzneibuch) bedeutet, Maßnahmen zur vollständigen Abtötung der Krankheitskeime (Sterilisator) zu ergreifen.

 

Verpflichtung und Einhaltung der Hygieneverordnung

§ 1 Wer Tätigkeiten auf dem Gebiet der Körper- und Schönheitspflege ausübt, bei denen durch Geräte Erreger einer durch Blut übertragbaren Krankheit übertragen werden können, unterliegen dieser Verordnung.

Die Einhaltung der Hygieneverordnung dient dazu, sich selbst und den Kunden vor Infektionen zu schützen. Außerdem schafft die Kosmetikerin dadurch Vertrauen beim Kunden und vermittelt nicht zuletzt Kompetenz. Die Kundenbindung wird damit gestärkt.

 

Tipp: Es ist empfehlenswert, immer 70 % Alkohol in einer Metallsprühflasche sowie alkoholgetränkte Tücher in einer Box bereitzuhalten. Damit kann man – bei Beachtung der 30 Sekunden Einwirkzeit – sich und die Kundin schützen.

In Asien zählt die BB Creme längst zu den absoluten Must-haves und in Europa ist sie weiterhin auf dem Vormarsch. Grund genug diesen Beauty-Allrounder einmal genauer vorzustellen.

Das Original, der „Blemish Balm“, ist 1967 von Christine Schrammek entwickelt worden. Im Laufe der Jahre wurde die Rezeptur von ihrer Tochter, der Dermatologin Dr. med. Christine Schrammek-Drusio, an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst. Der weltweite Trend hat somit seine Wurzeln in Essen, dem Stammsitz des Unternehmens. 1985 folgte Dr. med. Christine Schrammek-Drusio der Einladung einer Vertretung in Korea und stellte dort das Produkt vor. Auf ihrer Reise durch Asien besuchte sie auch Japan, wo der „Blemish Balm“ seit etwa 20 Jahren erfolgreich verkauft wird. Er wurde nicht speziell für Asien gemacht und dennoch ist die Nachfrage hier besonders hoch. Seit den 1990er Jahren gibt es diesen Balm auf dem asiatischen Markt, auch als BB Creme bezeichnet und seit dem Jahr 2000 von zahlreichen Prominenten in Südkorea genutzt, wodurch ein regelrechter Hype um das Schönheitsprodukt entstand.

 

Der original „Blemish Balm“ ist keine BB Creme. 


Leicht, getönt und einfach in der Handhabung


Wichtig zu wissen ist, dass das Original keine BB Creme ist. Diese Abkürzung wurde in Asien eingeführt, denn eine BB Creme unterscheidet sich in Funktion und Textur stark von dem Produkt aus dem Hause Dr. med. Christine Schrammek Kosmetik. Letzteres ist ein Spezialprodukt zum Abdecken von Hautunreinheiten, dessen Wirkstoffcocktail entzündungshemmend, regenerierend und beruhigend wirkt. Bei den BB Cremes handelt es sich um getönte Fluids, in die je nach Hersteller unterschiedliche Wirkstoffe verarbeitet werden. Was wiederum dazu führt, dass jede BB Creme andere Eigenschaften aufweist. Im Wesentlichen tönen und spenden sie Feuchtigkeit. Vielfach schützen sie aufgrund eines Lichtschutzfaktors auch vor der Sonne. Der Hersteller legt fest, wofür seine BB Creme angewendet werden soll – für trockene, reife, sensible oder unreine Haut. Zur Regulierung von Unreinheiten eignen sich beispielsweise die Wirkstoffe Seboclear sowie Süßholzwurzelextrakt, für eine eher trockene Haut kann Panthenol und schwarzer Hafer integriert werden, um das Wasserbindevermögen der Haut zu stärken. Der Unterschied zu einem pflegenden Make-up liegt in der Konsistenz. Die ist bei BB Cremes sehr viel leichter und hat damit im Vergleich zu einem klassischen Make-up eine wesentlich geringere Deckkraft. 


Für jeden Hauttyp die passende BB Creme

 

BB Cremes sind Convenience-Produkte, denn sie vereinen mehrere Wirkungen in einem Produkt und sind somit vor allem äußerst praktisch, wenn es morgens im Badezimmer schnell gehen soll. Bei gezielten Hautproblemen bzw. einem explizitem Wunsch der Hautverbesserung sind spezifische Produkte in ihrer Wirkung besser. Diese vereinen ausschließlich Inhaltsstoffe, die dem Hautproblem wie beispielsweise unreiner oder sensibler Haut entgegenwirken. Sicherlich ist eine Kombination von einer BB Creme am Morgen und einer gezielten Pflege, durch eine dem Hauttyp entsprechenden Pflegecreme am Abend, eine gute Lösung. Es lohnt sich, sich auf dem Markt umzusehen und die BB Creme passend zum Hauttyp auszuwählen. Gerade bei einem Hautproblem wie fettiger oder sensibler Haut sollten Kundinnen besonders auf die Inhaltsstoffe achten, damit sich die BB Creme nicht „kontraproduktiv“ auswirkt. Verschiedene Hersteller haben daher in ihrer BB Creme für unreine Haut speziell die Wirkstoffe auf die Bedürfnisse dieses Hauttyps abgestimmt. Denn eine solche Haut kann zum Beispiel auf stark fetthaltige Grundlagen reagieren, sodass sich das Hautproblem verstärkt.

Problemlöser für die Heimpflege


Das Original wurde entwickelt, um die Haut nach einer entsprechenden Behandlung zu beruhigen und um dadurch entstandene Rötungen abzudecken. 50 Jahre später ist es noch immer ein wesentlicher Bestandteil und spielt beim Einsatz im Institut eine bedeutende Rolle. Die Wirkstoffzusammensetzung ist entzündungshemmend und sorgt dafür, dass der Stress der Haut reduziert wird. Der „Blemish Balm“ ist optimal in jede Behandlung einer unreinen Haut zu integrieren: als Abschlusspflege bzw. punktuelle Abdeckung unter der Abschlusspflege. BB Cremes hingegen sind als kleines Make-up am Ende eines Treatments zu empfehlen. Diese Fluids gibt es nicht nur für unterschiedliche Hauttypen sondern auch in verschiedenen Farbnuancen, sodass für jede Kundin das passende Produkt dabei sein sollte. Sie lassen sich deswegen gut für die Anwendung zu Hause verkaufen.
Mittlerweile geht die Entwicklung solcher Convenience-Produkte weiter und es gibt inzwischen auch noch CC Cremes, DD Cremes und EE Cremes. „CC“ steht für „Complexion Correction“, „DD“ für „Disguise & Diminish“ und die Abkürzung „EE“ für „Enlighten“. Alle drei Produkte sind sogenannte Alleskönner und sollen die vielen Tuben und Tiegel im Badezimmer überflüssig machen. Der Unterschied zu den BB Cremes liegt stets in der Textur. Der Unterschied zum Original dagegen ist um einiges größer. Dieses ist ein Allround-Talent mit dem Plus des Problemlösers und kann als Make-up oder punktuell eingesetzt werden. Mit der richtigen Produktwahl sehen Kundinnen einfach besser, frischer und gepflegter aus.

Autorin Dr. med. Christine Schrammek-Drusio ist Dermatologin, Allergologin und Anti-Aging Expertin. Sie hat das Original weiterentwickelt und den heutigen Bedürfnissen angepasst.

 


Bei Gesichtsbehandlungen spielen Masken wie Packungen eine wichtige Rolle. Richtig eingesetzt liefern sie sichtbare Resultate und das kommt nicht nur den Kunden zugute, sondern auch dem Institut. 

Masken verändern nach dem Auftragen häufig ihren Zustand. Sie können aushärten oder zunächst fest sein und dann warm oder durch Befeuchtung der Haut gelartig werden. Außerdem sind Masken okklusiv (schließen die Haut gegenüber der Luft ab) und haben häufig auch deswegen innerhalb einer Gesichtsbehandlung eine große Bedeutung. Modellagen nehmen unter den Masken eine besondere Stellung ein. Sie enthalten als Basis oftmals Kaolin, Gips, Bentonit oder wärmefördernde Kristalle, wodurch eine Temperatur bis 45° C entsteht. Die Poren erweitern sich, die Haut wird durchblutet und die vorher aufgebrachten Wirkstoffe können tiefer eindringen. Modellagen werden gerne für Anti-Aging-Behandlungen verwendet. Bei ausgeprägter Couperose sollte man besser darauf verzichten. 

 

Von warm bis härtend 

 

Paraffinmasken aus Mineralwachs (Hartparaffine) stellen eine weitere Variante der erwärmenden Masken dar. Sie werden als festes Produkt geliefert und vor der Behandlung in einem speziellen Behälter geschmolzen. Der Schmelzpunkt liegt zwischen 50° C und 62° C, weshalb man bei der Verwendung besonders vorsichtig sein sollte. Im Gesicht wird erst ein Wirkstoff (z. B. Ampulle/Serum) aufgetragen, darüber kommt eine Vliesgrundlage und erst dann streicht man mit einem Pinsel das warme Paraffin auf. Auch hier wird durch den okkludierenden Effekt ein Temperaturanstieg auf der Haut und somit ein tieferes Eindringen des vorher aufgetragenen Wirkstoffes gewünscht. Feste Masken hingegen gibt es in der Regel als Pulver. Kurz vor dem Gebrauch werden sie mit Wasser oder einem wässrigen Wirkstoff angerührt. So entsteht ein pastöser Brei, der möglichst zügig aufgetragen werden muss. Aufgrund der Wärme der Haut verdunstet der flüssige Teil und die Maske härtet aus. Dadurch wirkt das Produkt absorbierend und austrocknend. Diese Form wird häufig mit Milchton, Mandelkleie, Hafermehl oder Mineralien angeboten und eignet sich für irritierte Haut sowie zur Beruhigung nach intensivem Ausreinigen (z. B. bei Akne).

Von Film bis Vlies Filmmasken bestehen meistens aus streichfähigen hydrophilen Gelen (Cellulosederivate) und werden entweder schon fertig geliefert oder aber ebenfalls vor der Behandlung angerührt. Nach der Einwirkzeit ist das Produkt fest und kann abgerubbelt oder abgezogen werden. So lösen sich Verhornungen, weshalb diese Form gerne als Reinigungsmaske angeboten wird. Mit dem Zusatz von Aloe oder Algen hat sie zudem einen kühlenden und häufig beruhigenden Effekt, somit ist sie ideal um Hauttypen wie etwa Couperose oder gereizte Haut während bzw. am Ende einer Behandlung zu beruhigen. 

Vliesmasken sind als fertige Produkte erhältlich. Die Basis bilden oft kollagene Fasern oder auch Algenderivate, die durch Gefriertrocknung zu einem Vlies gepresst werden. Viele Firmen bieten diese Matrix fertig zugeschnitten an. Sie können mit weiteren Wirkstoffen angereichert werden (z. B. Vitamine, NMF usw.). Das Vlies wird auf das Gesicht aufgelegt, dann mit einem getränkten Schwämmchen angefeuchtet. Durch die Zufuhr von Wasser bildet sich eine gelartige Maske, die einen kühlenden und hydratisierenden Effekt hat. Um die Zeit während des Aushärtens bzw. Einwirkens einer Maske gewinnbringend zu nutzen, kann man Zusatzbehandlungen anbieten. So ist ein schönes Handtreatment mit Massage und Peeling eine hervorragende Ergänzung. Das bringt dem Kunden einen weiteren Behandlungserfolg und dem Institut zusätzliche Einnahmen. Am besten gleich als Paket anbieten oder schon bei der Buchung auf diesen besonderen Service hinweisen. 

 

Von weich bis kühlend

 

Packungen hingegen sind weich, eher kühl auf der Haut und durchlässig für Wärme, Feuchtigkeit sowie Gase. Sie setzen die Hautfunktionen herab und wirken mildernd auf Rötungen, weshalb sie bei Behandlungen gerne als Abschluss zur Beruhigung aufgetragen werden. Grundlage sind häufig Breipackungen, deren Wirkung mittels Heilerde, Meeresschlick, Moor, Kieselgel und Kräuterextrakten eher beruhigend ist. Packungen können neben entzündungshemmenden, auch feuchtigkeitsbindende, erfrischende und mit anregenden Stoffen auch leicht durchblutende Wirkungen erzielen. In den meisten Fällen handelt es sich um fertige Produkte, die für die Kabine in größeren und für die Kosmetikerin preiswerteren Gebinden angeboten werden. Eine weitere Form der Packungen sind Cremepackungen, die es sowohl als W/Ö- als auch Ö/W-Emulsionen gibt. Sie wirken zunächst wie eine reichhaltigere Creme, haben aber durch ihre Zusammensetzungen eine sehr gute Absorbtionskraft. Die Hornschicht wird hydratisiert, geglättet und die Haut wirkt zarter. Deshalb eignen sich diese Produkte auch gut für Kurzbehandlungen (Reinigung, Peeling, Ampulle, Packung), die einen schnellen Erholungseffekt bringen sollen. Im normalen Behandlungsablauf wird die Packung entweder vor der Massage (Gelpackungen, ansonsten zu fettig) oder als Abschluss mit dem Pinsel aufgetragen. Dann wird sie nach der Einwirkzeit mit feucht-warmen Kompressen oder der Überschuss gar nur mit einem Tissue entfernt. Masken und Packungen können äußerst individuell eingesetzt werden und versorgen die Kundin immer mit einem Pflegeplus.

 

Autorin Silke Kaja, Drogistin und Kosmetikerin, ist seit über 30 Jahren in der Kosmetikbranche tätig. Ihre Spezialgebiete sind die Kosmetikerinnen-Ausbildung und pharmazeutisch-medizinische Themen. 

Kontaktadresse

  • spa business verlag GmbH,
    Im alten Schulhaus, Hauptstraße 44,
    D - 73105 Dürnau
     
  • Tel.: +49(0) 71 64 - 14 71 61
    Fax: +49(0) 71 64 - 14 72 15


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