Naturkosmetik boomt seit Jahren und ist Umsatzmotor im Institut, im Spa, in der Parfümerie als auch im Onlinegeschäft und auch die Nachfrage nach veganer Kosmetik steigt: Obwohl das Thema überall präsent ist, gibt es immer auch viele Fragen, Unsicherheiten und Aufklärungsbedarf.

 

Ob Green Cosmetic, Clean Beauty, Pflanzenkosmetik, vegan, mineralöl- oder parabenfrei: Naturkosmetik kleidet sich in verschiedenste Bezeichnungen, denn der Begriff ist nicht geschützt. Wer sichergehen möchte, dass er Naturkosmetik im engeren Sinne kauft oder anbietet, muss auf die Bezeichnung „kontrollierte Naturkosmetik“ achten. Denn diese Bezeichnung unterliegt strengen Vorgaben. Fest steht: Die Auswahl an zertifizierter Naturkosmetik ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Naturkosmetik zeigt sich auch luxuriös und bietet High-End Produkte für alle Hautbilder und Pflegeansprüche.

 

Mehr Überblick durch Prüfsiegel

Für die bessere Einordnung haben sich mehrere Siegel etabliert. Ihnen allen ist gemein, dass synthetische Farb- und Duftstoffe, Silikone, Paraffine sowie andere Erdölprodukte, Mikroplastik und Rohstoffe aus toten Wirbeltieren (z.B. Collagen und tierische Fette) verboten sind. Zudem müssen pflanzliche Rohstoffe überwiegend aus ökologischem Anbau stammen. Um das begehrte Siegel zu erhalten, muss ein Mindestanteil der Produktpalette eines Hersteller diesen Richtlinien entsprechen. Die Betriebe, die sich einem Siegel verpflichten, werden in der Regel einmal jährlich von einem unabhängigen Prüfinstitut kontrolliert. Dieses überprüft neben Beschaffung und Einsatz der Rohstoffe auch die Rezepturen und verfolgt Lieferketten zurück.

 

BDIH: Der Bundesverband deutscher Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH) entwickelte sein Prüfsiegel 2001. Es war der erste Schritt, um die Naturkosmetik von klassischer Kosmetik abzugrenzen.

Natrue: Das NaTrue-Label wurde 2008 als mehrstufiges Label eingeführt – je nach Strenge der Bio-Rohstoffe in natürliche, naturnahe und naturidentische Inhaltsstoffe.

 

Ecocert: Der französische Zertifizierungsverband hat 2002 einen Standard für Naturkosmetik und Biokosmetik unterschieden. Diese Standards sind lockerer als die vom BDIH und Natrue. Als „Naturkosmetik“ gilt bereits ein Produkt, das mindestens zu 50 Prozent aus pflanzlichen Stoffen besteht. 5 Prozent dürfen nicht-natürliche Stoffe sein.

Demeter: Hier müssen alle Rohstoffe aus dem strengsten aller landwirtschaftlichen Zeichen, dem Demeter-Anbau, stammen.

 

ICADA: Lobby-Verband und Naturkosmetik-Zertifizierung für kleine und mittelständische Unternehmen

 

Und dann gibt es noch eine Vielzahl an Siegeln, die Naturkosmetik suggerieren, wie etwa Fairtrade, vegan, ohne Tierversuche usw. So kann zum Beispiel eine zertifizierte Naturkosmetik auch vegan sein und Fairtrade-Rohstoffe enthalten; umgekehrt kann vegane Kosmetik oder solche mit Fairtrade-Rohstoffen aber durchaus Parabene oder Silikone enthalten. Produkte, die als „dermatologisch getestet“ ausgewiesen sind, wurden lediglich bei einer Gruppe an Personen auf Hautunverträglichkeit überprüft, sagen aber nichts über deren Zusammensetzung aus. Immer wieder wird explizit nach „tierversuchsfreier„ Kosmetik gefragt. Laut einem Gesetz von 2004 sind Tierversuche am kosmetischen Endprodukt und seit 2009 auch an kosmetischen Inhaltsstoffen verboten. Seit 2013 dürfen in Deutschland Produkte mit am Tier getesteten Rohstoffen nicht mehr vertrieben werden. Eine Auslobung „ohne Tierversuche“ ist daher offiziell nicht mehr gestattet.

 

Die richtige Entscheidung treffen

Grundsätzlich sollten Hotels, Spas oder Institute überlegen, womit sie sich identifizieren und wo sie sich positionieren möchten: Ist das Hotel oder Institut komplett biologisch ausgerichtet oder setzt es nur Akzente? Wie ist die Gästestruktur? Welche Preiskategorie wird bedient? Je klarer die Linie in Ausstattung und Behandlungsangebot ist, desto zielgerichteter die Identifikation. Ein Hotel mit Ausrichtung „heimische Hölzer“ ist vielleicht besser mit zertifizierter Naturkosmetik bedient. Hotels mit luxuriöser Ausrichtung und Gästen aus Osteuropa und Asien suchen eventuell eher international bekannte Marken. Nicht zuletzt hängt der Verkaufserfolg der Kosmetiklinie auch davon ab, ob die Mitarbeiter hinter den Produkten stehen, qualifiziert beraten und den Gast überzeugen können. Wichtig überdies: Hinter einer Naturkosmetikmarke steckt mehr als „nur“ biologische Wirkstoffe. In der Regel legt sie auch viel Wert auf ökologische Verpackung, gezielte Materialbeschaffung, nachhaltige Produktion und kurze Wege.

 

Argumente für die Naturkosmetik
Eine früher weit verbreitete Annahme ist, dass Naturkosmetik die Haut nur mit Feuchtigkeit versorgt, im Wirkstoffbereich aber nichts leistet. Hierzu ist es interessant, sich die Funktionsweise der Haut anzusehen: Die Pflege soll die Oberhaut stärken, ihren Barriereschutz aufbauen, den Hydrolipidfilm regenerieren und zum anderen die in der darunter liegenden Dermis so wichtigen Funktionen wie Sauerstoffaustausch, Hyaluronsäure- und Proteinsynthese, Transport von Blutkörperchen und Vitaminen anstoßen. Hierzu muss die Haut in der Lage sein, die Pflege aufzunehmen und zu „verdauen“. Das kann sie am besten mit rein natürlichen Wirkstoffen und ohne hemmende Parabene und Mineralöle. Die Effektivität und langfristige positive Beeinflussung der Haut durch natürliche Wirkstoffe belegen auch immer mehr Studien. Daher gilt: Die Entscheidung, welche Kosmetik und welche Marke die richtige ist, nimmt sicherlich einige Zeit in Anspruch. Hat man sich entschieden, steht auch der Hersteller beratend zur Seite und weckt vor allem im Bereich Schulungen und Verkaufstraining Begeisterung für die Produkte.

 

Birgit Corall, Betriebswirtin und Kosmetikerin, hat über 25 Jahre Erfahrung im Import und Vertrieb von Naturkosmetik. Heute leitet sie als Geschäftsführerin die Cobicos GmbH mit Sitz in Landshut

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