zu home office 5114128

Aufgrund eines Virus standen wir plötzlich alle vor einer völlig neuen Situation. Wir wollten wissen wie die Kosmetikindustrie damit umgeht und welche Erkenntnisse daraus gewonnen wurden. Neben Instituten haben wir deshalb auch Hersteller nach ihren Erfahrungen während der Krise gefragt:

  1. Was war Ihr positivstes Erlebnis in den letzten Wochen?

  2. Welche Dinge waren am schwierigsten zu bewältigen?

  3. Welche Vorkehrungen/Maßnahmen im Betrieb haben sich in der Krise bewährt bzw. was möchten Sie zukünftig bei- behalten?

  4. Was muss in Zukunft verändert bzw. verbessert werden?

  5. Mit welchen Maßnahmen haben Sie Ihre Institute/Kunden unterstützt?

DR. CHRISTIAN RIMPLER, geschäftsführender Gesellschafter, Dr. Rimpler GmbH

1) Der Zusammenhalt der Mitarbeiter zur Bewältigung diverser Heraus- forderungen, aber auch die großartige Kommunikation mit unseren Kunden per Web-Konferenzen, die uns stets im engen Austausch gehalten haben.

2) Social Distancing sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld. Als Familienunternehmen leben wir vom Austausch untereinander. Die notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs hat das massiv gestört.

3) Die Virtualisierung sowohl in der Kundenkommunikation als auch für die Mitarbeiter war eine Herausforderung und ein Highlight zugleich. Auch zukünftig werden wir zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr Flexibilität beim Homeoffice anbieten.

4) Die Aufrechterhaltung eines Mindestbetriebs sollte unser aller Ziel bleiben. Das totale Abschalten der Wirtschaft war sicher notwendig und richtig, aber es sollte zukünftig durch erweiterte Schutzmaßnahmen vermieden werden.

5) Wir haben per Online-Seminaren die Möglichkeiten zur Überwindung der Probleme während der Krise aufgezeigt, aber auch ein Augenmerk auf die Zeit nach Corona gelegt. So hat es sich als effektiv erwiesen, dass unsere Logistik kostenfrei zahlreiche Päckchen für Endverbraucher im Namen unserer Fachinstitute versendet hat, damit die Kundenbindung nicht ins Internet abwandert.

 

USCHI AUER, Director PR, Dr. Spiller GmbH

1) Mein positivstes Erlebnis in den letzten Wochen bezogen auf mein berufliches Umfeld, war die Freude, die Kollegen wiederzusehen. Wir haben die Belegschaft geteilt und sind im wöchentlichen Wechsel vor Ort. So hat man immer eine Woche »Abstinenz« und freut sich, wieder ins Büro zu kommen.

2) Ich denke das Schwierigste ist sicher das Leben mit der Unsicherheit. Das belastet sowohl Unternehmen, als auch jeden Einzelnen, gehört aber zu einer Krise dazu.

3) Unser wichtigstes Ziel war von Anfang an, die Lieferfähigkeit aufrechtzuerhalten. Mit diesem Fokus haben wir das Team geteilt. Viele Meetings haben wir durch Bildtelefonie ersetzt, was ebenfalls sehr gut funktioniert.

4) Ich denke, wir sollten in Zukunft noch genauer abwägen, was wesentlich, effektiv und zielführend ist. Wir müssen überlegen, wie viel Input wir für welchen Output wirklich brauchen und wo wir die Balance finden zwischen dem Gewohnten und dem Sinnvollen.

5) Ein ganz wichtiger Part war die Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit. Viele unserer Institute haben ihre Kunden auch während der Schließung mit Ware versorgt. Da war es wichtig, dass wir da sind und die Bestellungen genauso zügig wie immer bearbeitet haben.

 

MICHAEL SCHUMMERT, Geschäftsführer, Dr. Babor GmbH & Co. KG

1) atürlich das erfolgreiche Re-Opening der Kosmetikinstitute! Wir bemühten uns, keine Termine abzusagen, sondern sie zu verschieben. In unserem Store in Frankfurt haben wir beispielsweise alle verschobenen Termine mit 20 % rabattiert.

2) ch bin ungeduldig, daher war für mich der „gefühlte“ Stillstand schwierig. Das ging, glaube ich, vielen so. Wir haben gemeinsam mit unseren Partnern dem Virus die Stirn geboten und kreative Initiativen gestartet.

3) Es hat sich gezeigt, wie gut der stationäre und digitale Handel Hand in Hand gehen und sich ergänzen. Darauf möchten wir aufbauen. Auch die Kommunikation mit Kunden und Konsumenten ist digitaler geworden. Das gilt auch für unsere Arbeitsorganisation: Schon vor Corona nutzten Mitarbeiter regelmäßig Homeoffice-Modelle, um Familie und Karriere in Einklang zu bringen. Während der Pandemie hatten dann alle Mitarbeiter die Möglichkeit. Auch Online-Meetings gehören nun plötzlich zum Alltag.

4) Covid-19 hat die Babor-Familie zusammenrücken lassen. Ich habe eine große Kraft im Unternehmen gespürt. Diese Kraft gilt es jetzt in die Zukunft zu tragen.

5) Medium der Stunde ist Social Media. Auf Instagram und Facebook haben wir unsere Maßnahmen unter dem #babor- united transparent dargestellt und sind in Kontakt mit unseren Kunden geblieben. Wir unterstützen sie beispielsweise mit Webinaren, in denen wir unser Know-how weitergeben. So konnten unsere B2B-Kun- den wiederum Aktionen durchführen, um mit ihren Kunden in Verbindung zu bleiben. Zum Re-Opening haben wir unseren Partnern die aktuell notwendigen Hygieneartikel zur Verfügung gestellt. Zudem laden wir die Helden der Corona-Krise in die Institute, Spas und Parfümerien ein: Ärzte, Mitarbeiter von Altenheimen, aber auch Mütter, die »Homeschooling« und Job meistern. Ihnen möchten wir mit einem 20-Euro-Gutschein eine Einladung in die Babor-Welt aussprechen. Das Handling läuft über das Headquarter, eingelöst wird vor Ort im Institut.

 

JÜRGEN SINGER, geschäftsführender Gesellschafter, Neovita Cosmetics GmbH

1) Wir haben in der Zeit der Corona-Schließungen unsere gesamten Aktivitäten auf Hilfestellungen für unsere Kun- den ausgerichtet – von regelmäßigen Informationen über die aktuellen (rechtlichen) Veränderungen bis zu Aktionen und Hilfsangeboten. Das positive Feedback unserer Kunden – gerade auch darauf, dass wir in Zeiten von Corona keinen eigenen Online-Shop aufgezogen und stattdessen den Versand für unsere Kunden organisiert haben – und der Zuspruch sowie die erzielten (Verkaufs-)Umsätze waren eine tolle Bestätigung für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

2) Operativ: Den Überblick zu behalten, was sich wann in den einzelnen Bundesländern für Institute ändert und unsere Kunden zeitnah darüber zu informieren. Persönlich: Wir mussten uns zum ersten Mal in 50 Jahren Firmentätigkeit mit dem Thema Kurzarbeit beschäftigen. Das tat weh und wir sind froh, hiervon nicht mehr be- troffen zu sein.

3) Wie wir auch in un- erwarteten Krisen best- möglich unsere Kunden unterstützen können und als fester Partner ohne Wanken an ihrer Seite stehen, hat sich mehr als bewährt und wird auch in Zukunft unser Denken und Tun prägen.

4) Das Bewusstsein in der Bevölkerung, insbesondere auch in der Politik, dass es sich bei Kosmetik nicht nur »um Nägel lackieren« handelt, sondern dass der Beruf sehr wohl dem Wohlsein und der Gesunderhaltung dient, muss verbreitert werden.

5) Neben Video und Newsletter sowie Informationen in Onlineforen über die aktuelle Situation, haben wir sofort einen kostenlosen Versandservice für alle die Kosmetiker/-innen organisiert, die Waren nicht selbst versenden konnten. Mit der Aktion »Support your local Beautysalon« haben wir verschiedene Unterstützungskonzepte lanciert.

 

HEIKE LINDÖRFER, Geschäftsführerin, Gertraud Gruber Kosmetik GmbH & Co. KG

1) Wir können viele positive Erlebnisse aus der Krise mitnehmen. Das Wichtigste ist die Bestätigung, dass das Team und die Kunden hinter der Marke stehen und engagiert an gemeinsamen Zielen arbeiten.

2) Wir wollten den Kontakt zu den Kunden aufrechterhalten, was sich am besten durch Digitalisierung bewerkstelligen ließ. Eine Herausforderung, die plötzlich kam und schnell umgesetzt werden musste. Davon werden wir auch in Zukunft profitieren.

3) Zusätzlich zu den notwendigen Hygienemaßnahmen, Schichtarbeit und Homeoffice haben wir fast alle Aktivitäten und Gespräche online abgehalten. Dies werden wir zum Teil beibehalten.

4) Es muss auch in der Wirtschaft ein Umdenken stattfinden. Wichtig sind Themen wie Regionalität, zwischenmenschliche Beziehungen, Nachhaltigkeit und die Möglichkeiten der Digitalisierung, die noch nicht optimal ausgeschöpft sind.

5) Neben den klassischen Maßnahmen wie maßgeschneiderten Angeboten, Unterstützung bei Konditionen/Lieferbedingungen war entscheidend, beim Kunden präsent – wenn auch nicht anwesend – zu sein. Wir haben sofort eine Reihe von Webinaren gestartet mit Themen wie Motivation, Einbindung von Social Media, aber auch Ernährung und Bewegung.

 

JUTTA WECKERLE-SEEBERGER, geschäftsführende Gesellschafterin, Cosart Cosmetics GmbH

1) Wir können viele positive Erlebnisse aus der Krise ziehen: U.a. eindeutig die vielen positiven Rückmeldungen unserer Kunden, wie sehr sie unsere Services geschätzt haben. Auch der Enthusiasmus und die Kreativität unserer Kunden, die unermüdlich mit ihren Kunden in Kontakt waren, Bestellungen per Fahrrad ausgeliefert und Social Media für sich entdeckt haben.

2) Es war schwer zu zusehen, wie unsere Kunden schließen mussten und so auch unsere Telefone stillstanden. Doch mit neuen Ideen haben wir auf Hochtouren gearbeitet und versucht, allen so viel wie möglich zur Seite zu stehen.

3) Was wir auf jeden Fall beibehalten werden, sind detaillierte auf unsere Kunden zugeschnittene Newsletter. In Zukunft planen wir, einen Blog zu etablieren, in dem wir über Themen rund um Kosmetik und Business sprechen.

4) Unsere Website! Wir haben in dieser Zeit intensiv an unserem neuen Onlineshop gearbeitet und hoffen, dass die neue Webseite bald online gehen kann.

5) Besonders gut angekommen ist unser Service, unsere Produkte portofrei direkt an die Endverbraucher zu senden. Dabei hat der/die Institutsinhaber/-in nach wie vor das Geschäft gemacht.

Quelle: kosmetik & pflege Fachmagazin 3/2020

 

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  • spa business verlag GmbH,
    Im alten Schulhaus, Hauptstraße 44,
    D - 73105 Dürnau
     
  • Tel.: +49(0) 71 64 - 14 71 61
    Fax: +49(0) 71 64 - 14 72 15


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