Aktiv gegen den Winterblues

Vor Weihnachten brummt das Geschäft in den meisten Kosmetikinstituten. Im Januar und Februar hingegen herrscht häufig Flaute. Was kann man dagegen tun? Wir haben uns umgehört und bei Kosmetikerinnen nachgefragt, wie sie für einen gut gefüllten  Terminkalender Anfang des Jahre sorgen.

 


1. Welche Angebote sind für Januar und Februar geeignet? Welche Ideen gibt es?

 

Sh’ree Fruth, HopeCosmetics, Nürnberg: Ab September arbeiten wir an unserem Werbe-/Marketingplan für das kommende Jahr. Im Januar und Februar haben wir dann viele Möglichkeiten, unsere Kunden zu verzaubern. Wir laden sie beispielsweise zum Neujahrsumtrunk mit tollen Wellness-Angeboten für die kalten Tage ein und bieten Gesichtsbehandlungen für trockene/empfindliche Haut sowie Body Wrapping gegen „gewonnene“ Pfunde an. Der Februar steht ganz im Zeichen des Valentinstags: Rosen-Gesichtsbehandlungen oder „Nur wir zwei“ mit Prosecco-Frühstück.


Beate Gerstung, all about Beauty, Schwabach:
Mindestens eine Behandlung für die kalte Jahreszeit wie Hot Stone Massagen, Körperpackungen sowie eine Paarbehandlung haben wir im Angebot. Zusätzlich überlegen wir uns eine spezielle Anwendung, die es sonst nicht gibt, und Aktionsgutscheine, die im ersten Quartal eingelöst werden müssen. 

 

Elke Lepper, elle Kosmetik, Münster: Bereits in den starken Monaten von Oktober bis Dezember versuchen wir mit unseren Kunden einen neuen Plan für das nächste Jahr zu erstellen. Dann stehen hauptsächlich Microdermabrasion und Sauerstoffbehandlungen als Kuren auf dem Programm. Die Kuren beinhalten je nach Kunde und Hautzustand 4-8 Behandlungen, je eine pro Woche. Das wurde bisher gut angenommen und unsere Kunden sind sehr zufrieden.


Christiane Lingner, Babor Institut – Christiane Lingner, Berlin: In der intensiven Zeit um das Weihnachtsfest herum konzentrieren wir uns vor allem auf effektive, aber zeitlich kürzere Anti-Aging-Behandlungen und auf die schnellen „Schönmacher“ (z. B. Ultraschall mit anschließender Ampullen-Crash-Kur). Die Kunden haben wenig Zeit und möchten dennoch gepflegt durch die Festtage bzw. in das neue Jahr kommen.


Ulrike Keller-Knobelspies, Tagesfarm Kosmetik Spa, München: Die vermeintlich „stade" (stille) Zeit vor Weihnachten ist ja mittlerweile eine absolute Stress- und Eventzeit. Die Frauen sehnen sich danach nach Ruhe und Normalität. Mit Behandlungsangeboten, die sowohl eine perfekte Gesichtsanwendung und ein Wellnessritual beinhalten, haben wir in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit erzielt. Man sollte aber darauf achten, dass der Zeitumfang nicht zu groß ist. Mit maximal 2,5 Stunden haben wir gute Erfahrungen gemacht. Angewärmte duftende Öle und warme Kräuterstempel, kombiniert mit einer Gesichtsmassage und einer Maske (keine komplette Gesichtsbehandlung), sind unsere Favoriten. 
Besondere Angebote sollten sich von den normalen Anwendungen deutlich unterscheiden. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass nicht so sehr ein reduzierter Preis entscheidend ist, sondern ein Mehrwert. Die Fußmassage könnte zum Beispiel gratis sein.

 


2. Wann und wie bewerben Sie diese und wie ist der Vorlauf? Welche Kosten und Zeiten muss man rechnen?



Sh’ree Fruth: Die Werbung fängt bei uns ab dem 30. Dezember an. Zudem posten wir mittlerweile regelmäßig auf unserer Homepage, Facebook und Instagram. Außerdem produzieren wir für alle Aktionen Flyer, die wir im Geschäft in einem Aufsteller präsentieren. Die Kosten hierfür halten sich im Rahmen und liegen bei etwa 50,- Euro.


Beate Gerstung: Wir bewerben unsere Angebote über unseren Newsletter, den wir selbst gestalten und versenden. Außer der eigenen (nicht unerheblichen) Arbeitszeit fallen so keine Kosten an. Außerdem schalten wir vor Weihnachten in eingeschränktem Umfang Inserate in der örtlichen Presse. Die Kosten dafür sind hoch, man kann da schnell mehrere tausend Euro ausgeben. Vor einigen Jahren haben wir auch Großaktionen wie Postwurfsendungen durchgeführt oder Weihnachtsbriefe an unsere Kunden verschickt. Das ist jedoch sehr aufwändig und kostet auch bei hoher Eigenleistung immer noch viel Geld.

 

Christiane Lingner: Ab September bewerben wir intensiv Microdermabrasion/Micro Needling und Ultraschall-Behandlungen. Da wir diese als Kuren anbieten, die sich über mehrerer Wochen erstrecken, können wir im Januar und Februar unsere Terminpläne optimal ausfüllen und es entsteht kein Winterloch. Gerne beginnen wir damit auch nach den Feiertagen und nutzen den Schwung des neuen Jahres zur Aktivierung der Haut durch den Einsatz von Geräten.
Die Einlösung der gekauften Gutscheine zum Fest versuchen wir möglichst an den Anfang des Jahres zu legen und bieten schon beim Kauf einen konkreten Termin für diesen Zeitraum an. Dazu kreieren wir in jedem Monat eine aktuelle Behandlung, zum Beispiel für die Winterzeit eine Anwendung vor oder nach dem Skiurlaub, die den Schutzmechanismus der Haut stärkt. Bewährt hat sich auch die tageweise Bewerbung von kurzen Fresh-up-Behandlungen (zwischen 20 und 30 Minuten), um kurzfristig entstandene Lücken im Kalender zu schließen.
Wir werben über Social Media-Plattformen sowie über den klassischen Aufsteller vor dem Institut. Die Plakate werden mit etwa zwei Wochen Vorlauf mit meiner Werbeagentur besprochen und gestaltet. Der Rücklauf aus diesen Werbemaßnahmen ist schnell messbar und kann zeitnah angepasst werden. Die Kosten für diese Aktionen sind gering und überschaubar.


Ulrike Keller-Knobelspies: Unsere Werbung läuft online und die Kunden erhalten einen Newsletter. Bereits beim Besuch der Kundin im November und Dezember machen wir persönlich auf Highlights aufmerksam und generieren Buchungen. Die Kunden freuen sich auf diesen Relax-Termin. Eine gute Kalkulation ist natürlich wichtig für die Preisgestaltung. Im Haus entstehen keine Kosten, da das Equipment ja vorhanden ist. 

 

3. Welche Erfahrungen haben Sie hierzu in der Vergangenheit gemacht (was ist gut gewesen, was ist nicht so gut verlaufen ....)?



Sh’ree Fruth: Grundsätzlich ist die Regelmäßigkeit wichtig, um Interesse und Neugierde zu wecken. Wir haben die Erfahrung gemacht, wenn man nur „alle Schaltjahre“ wirbt, bleibt man nicht im Gedächtnis. Die Erwartungshaltung der Kunden wird immer größer. 

 

Beate Gerstung: Der Newsletter ist unser bevorzugtes Werbemedium. Wir haben eine gute Öffnungsrate und erinnern auch Kunden, die nicht ins Detail gehen, an unser Institut. Man sollte darauf achten, dass man die Kunden nicht ständig damit nervt. Wir versenden fünf- bis sechsmal im Jahr. Für uns unbefriedigend waren Postwurfsendungen. Es kamen natürlich Rückläufe, aber das Kosten/Nutzen-Verhältnis lag weit hinter den Erwartungen. Die Menschen werden überflutet mit derartigen Dingen und meist wandern die Prospekte ungelesen in den Papierkorb.Inserate in der örtlichen Presse bringen ebenfalls meist nur geringe Erfolge. Zur Weihnachtszeit sind einige Inserate mehr oder weniger Pflichtprogramm für uns und werden deshalb sehr dosiert eingesetzt.

 

Christiane Lingner: Bewährt hat sich zu Beginn des neuen Jahres die Durchführung von Info-Abenden zu Institutsneuheiten und der Ausblick auf kommende Aktionen. Am Anfang des Jahres hat das Team die Zeit solche Events gut vorzubereiten, erfolgreich durchzuführen und dadurch die Bindung der Kunden an das Institut zu stärken. 
Zumeist ergeben sich bei solchen Events spontane und zeitnahe Terminvereinbarungen als Reaktion auf die vorgestellten Behandlungen und Aktionen.


Ulrike Keller-Knobelspies:
Das Verhalten der Kunden hat sich geändert. Man gönnt sich etwas nach Weihnachten und spart nicht mehr, wie das früher oft der Fall war. Natürlich werden auch Gutscheine eingelöst. Trotz verkürzter Arbeitszeit, da wir immer zwischen Weihnachten und dem 6. Januar, je nach Lage der Feiertage, schließen, ist der Januar ein guter Umsatzmonat. Der Februar schließt sich entsprechend an. 

Die Werbung sollte auf keinen Fall in den Dezember fallen, da kein Mensch in dieser Zeit so etwas registriert. Nach erscheinen des Newsletters, buchen Kunden sogar vom klassischen Behandlungstermin auf die schönen Winter-Rituale um. Daraus kann ein echtes Plus erzielt werden.

Kontaktadresse

  • spa business verlag GmbH,
    Im alten Schulhaus, Hauptstraße 44,
    D - 73105 Dürnau
     
  • Tel.: +49(0) 71 64 - 14 71 61
    Fax: +49(0) 71 64 - 14 72 15


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